Die Grippeimpfungen in Österreich zeigen einen besorgniserregenden Rückgang, wie eine aktuelle Analyse von Wiener Sozialmedizinern in der Fachzeitschrift „Frontiers in Public Health“ aufzeigt. Laut den Ergebnissen blieben die Impfquoten nach dem starken Anstieg während der Grippesaison 2020/2021, der durch die Covid-19-Pandemie begünstigt wurde, massiv hinter den Erwartungen zurück. Immer mehr Menschen scheinen die Grippeimpfung zu unterschätzen, was besonders alarmierend ist, da die saisonale Grippe jährlich weltweit etwa 1 Milliarde Infektionen und zwischen 290.000 und 650.000 Todesfälle verursacht, so [oe24](/oesterreich/chronik/forscher-warnen-deutlicher-rueckgang-bei-grippe-impfungen/664228756).
Zwischen 1982 und 2023 hat sich die Impfrate in Österreich stark verändert. Von einem Anstieg auf 142 Dosen pro 1.000 Einwohner im Jahr 2006/07 kam es ab 2007 zu einem kontinuierlichen Rückgang, der in der letzten Saison mit 133 Dosen pro 1.000 Einwohner endete. Aktuell liegt die Impfquote bei lediglich 13 %, was eine der niedrigsten Raten weltweit darstellt. Die öffentliche Impfprogramme in der Saison 2023/24 konnten nicht zu einem messbaren Anstieg führen. Diese Entwicklung zeigt ein jahrzehntelanges Muster der Ignoranz und Verweigerung in Bezug auf die Grippeimpfung.
Impkevangelium und Impfempfehlungen
Experten empfehlen dringend eine rechtzeitige Immunisierung, insbesondere für Risikogruppen wie Personen ab 60 Jahren, Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Schwangere. Das österreichische Gesundheitsministerium hat kürzlich den aktualisierten Impfplan für 2025/2026 veröffentlicht, in dem die kostenlosen Impfungen sowohl gegen Influenza als auch gegen COVID-19 hervorgehoben werden. Diese Impfungen sind im Rahmen des öffentlichen Impfprogramms für die genannten Risikogruppen kostenlos. Darüber hinaus stehen verschiedene Impfstoffe, einschließlich eines Nasensprays für Kinder und Jugendliche, zur Verfügung. Diese Empfehlungen sind ein Teil der Strategie, um sich besser gegen Atemwegsinfektionen zu wappnen, wie gesundheit.gv.at berichtet.
Die Zusammenhänge zwischen Grippe und COVID-19 lassen sich nicht ignorieren. Während in der Erkältungssaison die Zahlen der Influenza- und Corona-Erkrankungen tendenziell steigen, wird die gleichzeitige Verabreichung beider Impfungen,das heißt Grippe- und COVID-19-Impfung, dringend empfohlen. Impfen sollte idealerweise zwischen Mitte Oktober und Ende November erfolgen.
Epidemiologische Überwachung und Präventionsmaßnahmen
Ein wichtiges Element der Gesundheitsstrategie ist die Überwachung der Zirkulation respiratorischer Viren in Österreich. Institutionen wie das Diagnostische Influenza-Netzwerk Österreich (DINOE) spielen hierbei eine essentielle Rolle, indem sie relevante Daten zur Epidemiologie der Influenza sammeln und auswerten. Diese Informationen sind entscheidend, um auf Veränderungen im Verlauf von Infektionswellen rechtzeitig zu reagieren, wie es auf MedUni Wien erläutert wird.
Zusätzlich zu Impfungen werden auch Hygienemaßnahmen in den Fokus gerückt, um Atemwegsinfektionen vorzubeugen. Dazu zählen regelmäßiges Händewaschen, das richtige Niesen und Husten sowie das Fernbleiben von Erkrankten. Diese Maßnahmen sind nicht nur im privaten Umfeld wichtig, sondern auch im Gesundheitssektor, wo Personal besonders gefährdet ist.
Insgesamt zeigt sich, dass der Rückgang der Impfungen in Österreich eine ernsthafte Bedrohung für die öffentliche Gesundheit darstellt. Die Herausforderungen in der Prävention und Kontrolle respiratorischer Erkrankungen erfordern ein verstärktes öffentliches Bewusstsein und eine proaktive Gesundheitsstrategie.