Bei den Paralympischen Spielen in Milano Cortina setzt die Familie Aigner ihre beeindruckende Erfolgsserie fort. Johannes Aigner und sein Guide, Nico Haberl, haben am 9. März 2026 die Goldmedaille im Super-G der sehbehinderten Männer gewonnen. Dies ist bereits die zweite Goldmedaille, die das Duo bei diesen Spielen holt, nachdem sie zuvor auch in der Abfahrt überzeugt hatten. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner gratulierte Aigner zu seinen herausragenden Leistungen und lobte seine technische Perfektion und hohe Geschwindigkeit im Super-G. Die Konkurrenz war stark, doch Aigner/Haberl setzten sich mit einer Gesamtzeit durch, die sie vor den italienischen Athleten Giacomo Bertagnolli und Andrea Ravelli (+0,16 Sek.) sowie dem kanadischen Team Kalle Eriksson und Sierra Smith (+1,30 Sek.) brachte.

Aigner äußerte, dass der Lauf für sie nicht perfekt war, und er gab zu, dass sie gezittert haben, als die Italiener ins Ziel fuhren. Sein Guide, Nico Haberl, beschreibt die Herausforderung, die optimale Leistung zu erbringen, indem er erklärt, dass er seine „Hans-Knauß-Künste“ eingesetzt hat, um Aigner bestmöglich zu führen. Diese bemerkenswerte Teamarbeit und der Erfolg im Super-G belegen das Engagement, das Aigner und Haberl in ihr Training investieren.

Silber für Veronika Aigner

Auch Veronika Aigner, die Schwester von Johannes, konnte eine Medaille gewinnen. Sie und ihre Guide, Lilly Sammer, feierten einen großartigen Erfolg mit der Silbermedaille im Super-G nach ihrem Gold in der Abfahrt. Der Titel im Super-G ging jedoch an das italienische Duo Chiara Mazzel und Nicola Cotti Cottini, während die Bronzemedaille an Alexandra Rexova und Sophia Polak aus der Slowakei ging. Veronika äußerte ihre Freude über die Silbermedaille, merkte aber auch an, dass sie das Gefühl hat, noch mehr erreichen zu können.

Im Gegensatz zu den erfolgreichen Läufen berichten einige Athleten, wie Elina Stary mit ihrem Guide Stefan Winter, von einem Sturz, der sie aus dem Wettkampf riss. Stary betonte jedoch, dass es ihr besser geht als befürchtet, und schob die Schwierigkeiten der sonnigen Bedingungen auf der Piste, die ihre Sicht beeinträchtigten.

Wirkung der Paralympics auf die Gesellschaft

Die bedeutenden Leistungen der Athleten haben auch eine breitere gesellschaftliche Relevanz. Eine Studie der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen, in Kooperation mit „Aktion Mensch“, hat die Rolle der Paralympics im Kontext der Wahrnehmung von Menschen mit Beeinträchtigungen im Sport untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass die medialen Berichterstattungen der Paralympics einen starken Wahrnehmungseffekt haben und die Identifikation mit athletischen Vorbildern in der Gesellschaft fördern.

Die Studie hebt hervor, dass 82% der Paraathleten sich als Leistungssportler sehen und nicht primär als Menschen mit Beeinträchtigungen. Allerdings sehen sich nur 46% der Teilhabe-Community als Teil der Gesellschaft. Dies weist auf die anhaltenden Herausforderungen hin, mit denen Menschen mit Beeinträchtigungen konfrontiert sind. Die Notwendigkeit vollumfänglich barrierefreier Sportstätten und die Forderung nach inklusiven Angeboten für Sportler mit Beeinträchtigungen sind entscheidend, um eine gleichberechtigte Teilnahme zu ermöglichen.

Zusammengefasst zeigen die Erfolge von Johannes und Veronika Aigner nicht nur ihre sportlichen Fähigkeiten, sondern tragen auch zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigungen in der Gesellschaft bei. Ihre Triumphe bei den Paralympics sind ein starkes Zeichen für den Wert des Behindertensports und dessen Einfluss auf die gesellschaftliche Wahrnehmung.

Weitere Informationen zu den Paralympics finden Sie hier: NOE.gv.at, Kleine Zeitung und Katho NRW.