Der steirische Möbelhersteller ADA hat ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt, was 172 Mitarbeiter betrifft. Wie 5min berichtet, sind sowohl die ADA Möbelfabrik GmbH in Anger als auch die Muttergesellschaft, die ADA Möbelwerke Holding AG, betroffen. Die entsprechenden Anträge wurden beim Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz eingereicht. Die Gesamtverbindlichkeiten des Unternehmens belaufen sich auf etwa 30 Millionen Euro, während sich die freien Aktiva auf rund 5 Millionen Euro belaufen.
Die Krise bei ADA ist vor allem das Resultat der schwierigen wirtschaftlichen Entwicklung in der europäischen Möbelbranche und einer ausgeprägten Konsumzurückhaltung. Im ersten Quartal 2026 verzeichnete das Unternehmen einen Bestellrückgang von rund 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Beide Unternehmen streben nun eine Sanierung bei Fortbetrieb an und bieten den Gläubigern eine Quote von 20 Prozent, zahlbar innerhalb von zwei Jahren.
Herausforderungen in der Möbelbranche
Die Situation von ADA ist Teil eines größeren Trends in der Möbelindustrie. Laut ZDF steht die deutsche Möbelbranche vor zahlreichen Herausforderungen, die sich auch langfristig negativ auswirken könnten. Ein Grund für die anhaltende Kaufzurückhaltung sind allgemeine wirtschaftliche Unsicherheiten, die viele Verbraucher verunsichern.
Die Branche, die während der Coronapandemie mit Rekordumsätzen glänzte, erfährt nun einen deutlichen Rückgang. Der Umsatz im ersten Halbjahr 2024 fiel um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Einzelhändler kämpfen verstärkt mit dem Trend zum Online-Shopping und dem Mangel an Bauaktivitäten, die traditionell den Möbelverkauf ankurbeln.
Der Blick in die Zukunft
Die Marktentwicklung wird auch durch neue Konkurrenz aus Asien beeinflusst, da asiatische Möbelhersteller aufgrund hoher Zölle in den USA nun verstärkt europäische Märkte bedienen. Die schwache Baubranche bleibt ein Problem, obwohl es seit Kurzem einen Anstieg bei Baugenehmigungen gibt. Dennoch mangelt es an einem echten Bauboom.
Jan Kurth, Geschäftsführer des Verbands der Deutschen Möbelindustrie, betont die dringende Notwendigkeit, dass politische Maßnahmen ergriffen werden, um der Branche wieder Auftrieb zu geben. Trotz dieser Herausforderungen gibt es auch optimistische Stimmen. Katharina Hartmann, die in der vierten Generation die Hartmann Möbelwerke leitet, glaubt an die Rückkehr der Konsumlaune und setzt auf technologische Fortschritte und Nachhaltigkeit, um die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Produkte zu sichern.


