Am 22. Februar 2026 verabschiedete sich das österreichische Team bei der Schlussfeier der Olympischen Winterspiele in Verona. Unter den wenigen anwesenden Athleten waren die Eiskunstläuferin Olga Mikutina, der Eisschnellläufer Gabriel Odor sowie Anna Molnar, Jeannine Rosner und der Shorttracker Nicolas Andermann. Die meisten Athleten hatten bereits die Heimreise angetreten, als um 22.41 Uhr das olympische Feuer erlosch.

Die Schlussfeier fand vor rund 8.000 Zuschauern in der Arena von Verona statt, einem Ort, an dem keine Wettbewerbe ausgetragen wurden. Kirsty Coventry, die neue Präsidentin des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), beschrieb die Spiele als „wahrhaft, magische“ Ereignisse und lobte die Gastgeber für einen neuen Standard. Auf politischer Ebene würdigte Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni die Spiele als Quelle „unvergesslicher Emotionen und langanhaltenden Stolzes“ und dankte den Athleten sowie den Organisatoren. Trotz dieser positiven Rückmeldungen fanden am selben Tag in Verona auch Proteste statt, bei denen mehrere Hundert Menschen gegen die Spiele demonstrierten. Hauptkritikpunkte waren der Neubau und die Erweiterung von Sportstätten, wie dem Eiskanal in Cortina und dem Biathlon-Stadion in Antholz, trotz der ursprünglichen Versprechen für „nachhaltigste Spiele aller Zeiten“.

Nachhaltigkeit und Herausforderungen

Die Olympischen Winterspiele 2026, die in Mailand und Cortina d’Ampezzo stattfinden, stehen unter dem Zeichen der Nachhaltigkeit. Nach den letzten Winterspielen 2006 in Turin, die von einem Erbe aus verfallenen Sportstätten geprägt sind, inklusive einer stillgelegten Skisprungschanze und einem verlassenen Eiskanal, haben die Organisatoren versprochen, die bevorstehenden Spiele besser zu gestalten. Investitionen in Höhe von 3,5 Milliarden Euro sind bislang für die Spiele vorgesehen. Das Biathlon-Stadion in Antholz wurde für 58 Millionen Euro renoviert, um es vor Verfall zu bewahren und um die Anlage für zukünftige Veranstaltungen zukunftsfähig zu machen.

Die Bobbahn in Cortina d’Ampezzo wurde für 120 Millionen Euro neu gebaut, während die Kosten für die Eissporthalle PalaItalia von ursprünglich 180 Millionen Euro auf 300 Millionen Euro gestiegen sind. Bei diesen Bauprojekten gab es Berichte über Korruption, und die verzögerten Arbeiten an Skisprung- und Langlaufstrecken wurden ebenfalls kritisiert. Zusätzlich müssen die Athleten lange Anfahrtswege in Kauf nehmen, da die Wettkampfstätten über sieben Orte in Norditalien verteilt sind.

Ein bleibendes Erbe?

Besonders im Fokus der Diskussion steht die Nachhaltigkeit der Spiele und die Mobilität in den Alpen. Am 17. Februar 2026 besuchte Arram Kim, Leiter für Vermächtnis und Wirkung der Olympischen Spiele beim IOC, das Biathlon-Stadion in Antholz. Er bezeichnete das Stadion als zukunftsfit und modern und bewertete das nachhaltige Mobilitätskonzept als hervorragend. Während seines Besuchs wurden die Fortschritte in der Renovierung von 13 Bahnhöfen und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Mobilitätsanbietern hervorgehoben. Kim betonte, dass die Spiele ein bleibendes Erbe für die Region hinterlassen werden und Möglichkeiten zur Einführung von Innovationen im Bereich nachhaltiger Mobilität bestehen.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Olympischen Winterspiele 2026 in einem Spannungsfeld zwischen nachhaltigen Versprechen und realen Herausforderungen stattfinden. Während die Feierlichkeiten die Athleten ehren und einen neuen olympischen Standard setzen, bleibt das Erbe der vergangenen Spiele und die damit verbundenen Schwierigkeiten ein mahnendes Beispiel für die zukünftigen Organisatoren.