Im Jänner 2023 verzeichnete Österreich mit 945 Asylanträgen den niedrigsten Wert für den ersten Monat eines Jahres seit 2012. Dieser Rückgang von 51 Prozent im Vergleich zum Jänner 2022 ist auffällig, insbesondere wenn man den Rückgang in Gesamt-Europa von 17 Prozent betrachtet. Die meisten Anträge stammten von Syrern, Afghanen und Somalis; keine andere Nation reichte mehr als 50 Anträge ein. Von den 945 Anträgen waren 421 sogenannte Erstanträge von neu angekommenen Personen.

Ein wesentlicher Faktor für den Rückgang der Anträge ist die vorübergehende Pause beim Familiennachzug, die bis zur Jahresmitte andauert. Im Jänner gab es lediglich eine Einreise über diesen Weg. Diese Regelung hat maßgeblich zur Reduktion der Gesamtzahl der Asylanträge beigetragen. Die Demografie der Antragsteller zeigt, dass 55 Prozent Männer sind, was einen Rückgang im Vergleich zu früheren Jahren darstellt. Zudem sind 51 Prozent der Antragssteller volljährig.

Aktuelle Entwicklungen in der Asylpolitik

Im Jänner 2023 wurden in Österreich 338 Asylanträge positiv beschieden, während 315 Personen subsidiären Schutz erhielten. Insgesamt mussten 1.083 Personen Österreich im selben Monat verlassen, wobei 57 Prozent dieser Rückführungen zwangsweise erfolgten. Interessanterweise waren rund 41,5 Prozent der Abgeschobenen strafrechtlich verurteilt. Diese Maßnahmen spiegeln die strengeren Asyl- und Ausweisungsverfahren wider, die in den letzten Jahren zunehmend in Österreich sowie der gesamten Europäischen Union Anwendung finden.

Die Grundversorgung von über 51.000 Personen wird derzeit bereitgestellt, wobei Vertriebene aus der Ukraine die größte Gruppe darstellen. Im Jänner betrug der Rückgang in der Grundversorgung etwa 900 Personen.

Ausblick auf die EU-Asylreform

Ab dem 12. Juni 2026 tritt das Gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS) in Kraft. Dieses Reformvorhaben zielt darauf ab, einheitliche Regeln für Asylverfahren zu schaffen und die Entscheidungen dort zu beschleunigen. Ziel ist ein einheitliches, schnelles und faires Verfahren in allen EU-Mitgliedsstaaten. Darüber hinaus soll die Migration in Europa gesteuert und geordnet werden, während gleichzeitig humanitäre Standards gewahrt bleiben. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Begrenzung irregulärer und Sekundärmigration, wie bamf.de berichtet.

Für detaillierte Informationen zu den aktuellen Asylzahlen in Europa empfiehlt sich ein Blick auf die Datenbank von Eurostat.