Am 23. Jänner 2026 ereignete sich gegen 18:00 Uhr in Dornbirn auf der Landesstraße L39 ein schwerer Verkehrsunfall, bei dem ein 31-jähriger Autofahrer frontal mit einem entgegenkommenden Fahrzeug zusammenprallte. Der Unfall, der durch Ablenkung des Fahrers verursacht wurde, wirft ein Schlaglicht auf die alarmierende Zunahme von Ablenkungsunfällen im Straßenverkehr.
Der 31-jährige Unfallverursacher war von der Autobahnanschlussstelle Dornbirn Süd in Richtung Messe gefahren, als er aufgrund von Unaufmerksamkeit auf die Gegenfahrbahn geriet. Dies führte zur Kollision mit dem Pkw eines 33-jährigen Fahrers. Während der 31-Jährige sich bei dem Aufprall am linken Unterarm verletzte, blieben die Beifahrerin des 33-Jährigen sowie dieser selbst unverletzt. An beiden Fahrzeugen entstand erheblicher Sachschaden, sodass diese abgeschleppt werden mussten. Glücklicherweise fiel der Alkoholtest bei beiden Lenkern negativ aus.
Ablenkung als Unfallursache
Die Untersuchungen zur Unfallursache zeigen deutlich, dass Ablenkung im Straßenverkehr ein zunehmendes Problem darstellt. Laut Angaben des KFV sind Unaufmerksamkeit und Ablenkung die Hauptursachen für Verkehrsunfälle in Österreich. In den letzten fünf Jahren sind 30% aller Verkehrsunfälle auf Ablenkung zurückzuführen. Im Jahr 2022 wurden über 10.000 Ablenkungsunfälle registriert, was 9.290 Verletzten und 76 Todesopfern entsprach.
- Ablenkung erhöht das Unfallrisiko signifikant. So steigt das Risiko beim Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung um das Vier- bis Fünffache, während das Schreiben von Textnachrichten sogar das Risiko um das 23-fache erhöht.
- Eine ÖAMTC-Studie zeigte, dass Probanden beim SMS-Lesen und -Tippen bis zu 123 Meter im Blindflug fuhren.
Diese Statistiken verdeutlichen, dass Ablenkung nicht nur ein individuelles, sondern ein gesamtgesellschaftliches Problem darstellt. Es ist dringend erforderlich, durch Informationskampagnen die Aufmerksamkeit auf die Risiken der Ablenkung zu lenken. Der ÖAMTC engagiert sich beispielsweise in der FIA-Kampagne gegen die Ablenkung durch Smartphones, die in zahlreichen Ländern in Europa, dem Nahen Osten und Afrika durchgeführt wird.
Folgen und Prävention
Die Auswirkungen von Ablenkung sind gravierend, nicht nur für die Unfallverursacher, sondern auch für die anderen Verkehrsteilnehmer. Fahrzeuge sind inzwischen mit Technologien ausgestattet, die dazu beitragen sollen, Ablenkung zu minimieren. Dennoch bleibt die Herausforderung bestehen: Autofahrende, Fußgängern und Radfahrenden schauen oft während der Fahrt oder beim Überqueren der Straße auf ihre Smartphones, was die Aufmerksamkeit erheblich von der Hauptaufgabe ablenkt.
Um Ablenkung wirksam zu reduzieren, sind einige Verhaltensweisen empfehlenswert. Autofahrer sollten den Abstand zu anderen Fahrzeugen vergrößern, Ablenkungen während der Fahrt aktiv vermeiden und grundlegende Fahrtechniken wie die Notbremsung beherrschen. Es ist wichtig, die Diskrepanz zwischen der subjektiven Gefahreneinschätzung und objektiven Daten zu erkennen, wie die Expertin Marion Seidenberger vom ÖAMTC betont.
Die Geschehnisse in Dornbirn sind ein eindringlicher Hinweis auf die Notwendigkeit, sich bewusster auf das Fahren zu konzentrieren, um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer gewährleisten zu können.
Für weitere Informationen zu Ablenkung im Straßenverkehr und Präventionsmaßnahmen besuchen Sie vol.at, kfv.at und dvr.de.