In Wien nehmen rund 300 junge Menschen aktiv an der Gestaltung der städtischen Politik teil. Das Wiener Kinder- und Jugendparlament 2025/26 befindet sich aktuell in einer Dialogphase mit der Stadtpolitik. Ziel dieser Initiative ist es, Maßnahmen und Handlungsempfehlungen für die neue Wiener Kinder- und Jugendstrategie zu entwickeln, die am 23. April 2026 beim Abschlussplenum im Wiener Rathaus präsentiert werden.
Die Jugendlichen bringen in Gesprächen mit Stadträt*innen und politischen Vertreter*innen konkrete Ideen und Forderungen ein. Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling hebt die Wichtigkeit der Stimmen junger Menschen hervor, während SPÖ-Fraktionsvorsitzende Astrid Pany die Bedeutung ihrer Beteiligung an politischen Entscheidungen betont. Die Dialogveranstaltungen des Kinderparlaments laufen seit Anfang März und sind ein wichtiger Teil des Prozesses, in welchem die Jugendlichen ihre Anliegen direkt an die Stadtpolitik richten.
Fragen und Forderungen der Jugend
In den letzten Wochen haben die Teilnehmenden verschiedene Anforderungen an die Politik formuliert. Zu den zentralen Themen zählen unter anderem die Einführung von mehr praktischen Alltagsskills im Unterricht, die Schaffung sicherer und grüner Fußwege sowie die Etablierung von Unterstützungsangeboten für mentale Gesundheit. Auch die Umsetzung von Präventionsmaßnahmen gegen sexualisierte Gewalt und die Durchführung eines Demokratiewettbewerbs wurden diskutiert.
Die Jugendlichen haben in mehreren Arbeitstreffen drei konkrete Maßnahmenideen entwickelt, die direkt mit Vertreter*innen der Stadtpolitik erörtert wurden. Diese Initiativen stehen im Einklang mit den allgemeinen Zielen der kinder- und jugendfreundlichen Stadt, die Wien anstrebt. Das Kinder- und Jugendparlament hatte bereits im Rahmen der Wiener Kinder- und Jugendstrategie 2025–2030, die im September vom Gemeinderat beschlossen wurde, mitgewirkt und arbeitet seit November 2025 aktiv an der Umsetzung dieser Strategie.
Wachsende Partizipation in Österreich
Die Wiener Initiative spiegelt einen allgemeinen Trend zur stärkeren Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen in politische Prozesse wider. In Baden-Württemberg beispielsweise erhalten seit 2015 Kinder und Jugendliche ein Mitspracherecht bei Entscheidungen, die sie betreffen. Laut einer Studie zur kommunalen Kinder- und Jugendbeteiligung ist die Anzahl der Kommunen mit Angeboten für die Jugendbeteiligung von 53% im Jahr 2018 auf 68% im Jahr 2024 gestiegen. Besonders bei der Kinderbeteiligung ist dieser Zuwachs signifikant: von 23% auf über 55%.
Die Formen der Kinder- und Jugendbeteiligung sind vielfältig. Dazu gehören repräsentative Vertretungen wie Jugendgemeinderäte oder Jugendparlamente, aber auch offene Formate wie Jugendhearings und Jugendkonferenzen, die es ermöglichen, dass Jugendliche ihre Meinungen und Ideen in den kommunalen Entscheidungsprozess einbringen können. Dieser Trend wird von der Überzeugung getragen, dass es entscheidend ist, die Perspektiven und Bedürfnisse junger Menschen in der Politik zu berücksichtigen, um eine kinder- und jugendfreundliche Gesellschaft zu entwickeln.
Das Abschlussplenum am 23. April 2026 verspricht, ein bedeutender Moment für die Jugendlichen und die Stadt Wien zu werden, in dem 15 Maßnahmen und Handlungsempfehlungen offiziell übergeben werden.
Für weitere Details zu diesem Thema, siehe auch die Berichterstattung von Wien.gv.at, orf.at sowie Informationen über Kinder- und Jugendbeteiligung auf lpb-bw.de.


