In Lustenau wurde Anfang dieser Woche ein schwerer Biomassekessel mit einem Gewicht von rund 30 Tonnen in ein neues Heizwerk eingebaut. Dieser beeindruckende Schwertransport ist Teil eines bedeutenden Projekts zur zukünftigen Biofernwärmeversorgung. Die Inbetriebnahme des Systems ist für den Herbst 2026 geplant, was die Region auf eine nachhaltige Energiequelle vorbereitet. Laut Klick Kärnten wurde der Kessel in Kärnten gefertigt und anschließend per Tieflader nach Vorarlberg transportiert.

Der neue Biomassekessel hat eine Leistung von fünf Megawatt und wird im Zentrum der Wärmeversorgung in Lustenau eingesetzt. Mit einem Investitionsvolumen von rund 28 Millionen Euro durch Kelag Energie & Wärme wird zudem ein 17 Kilometer langes Fernwärmenetz errichtet. Diese Maßnahme sieht die jährliche Lieferung von etwa 22 Millionen Kilowattstunden Fernwärme an Privatkunden, öffentliche Einrichtungen, Gewerbebetriebe und Wohnbaugesellschaften vor.

Nachhaltige Energieversorgung durch Biomasse

Die Biomasse für das Heizwerk wird in Zusammenarbeit mit der regionalen Partnerfirma Rauch LFL GmbH beschafft. Ein Schwerpunkt bei diesem Projekt liegt auf dem Einsatz moderner Technologien wie Rauchgaskondensation und Hochtemperatur-Wärmepumpen, die die Effizienz des Systems erhöhen. Zudem kommen Luftwärmepumpen zum Einsatz, um die Versorgung während der Sommermonate zu gewährleisten. Für den Notfall wurde zusätzlich ein Heizölkessel als Ausfallsreserve installiert, um eine durchgehende Wärmeversorgung sicherzustellen.

Kelag Energie & Wärme stärkt somit nicht nur ihren Standort in Lustenau, sondern trägt auch aktiv zur regionalen, nachhaltigen Energieversorgung bei. Das Unternehmen, das seit 2021 auch die Fernwärmeversorgung in Lauterach betreibt, gilt als größter Anbieter von Fernwärme auf Basis industrieller Abwärme und Biomasse in Österreich.

Zu den Zahlen

Projekt Details
Kesselgewicht 30 Tonnen
Leistung 5 Megawatt
Investition 28 Millionen Euro
Fernwärmenetz 17 Kilometer
Jährliche Wärmeabgabe 22 Millionen Kilowattstunden

Die Kelag Energie & Wärme GmbH betreibt insgesamt 85 Fernwärmenetze und etwa 900 Heizzentralen in Österreich und liefert jährlich rund zwei Milliarden Kilowattstunden Wärme.

Das Projekt in Lustenau steht im Einklang mit dem Trend zur Nutzung erneuerbarer Energien. In Österreich besteht der Anteil erneuerbarer Energien an der Fernwärme bereits bei 56,2 %. Dabei befindet sich das Land im internationalen Vergleich in einer vorderen Position, insbesondere im Vergleich zu Ländern wie Finnland und Deutschland. Die nachhaltige Nutzung von Biomasse wie Holz, Hackschnitzel und Rinde spielt dabei eine zentrale Rolle, um die Energieziele zu erreichen. Fernwärme Österreich hebt die Bedeutung dieser Ressource hervor und bestätigt die Ambitionen des Unternehmens.