Ein 19-jähriger Schüler aus Vorarlberg wurde vor kurzem wegen seiner Beteiligung an einem Phishing-Betrugsfall verurteilt. Laut Kleine Zeitung übergab der bislang unbescholtene junge Mann im Frühjahr 2025 sein Handy, seine Bankkarte und sein Konto an Unbekannte. Der Kontakt zu diesen Kriminellen wurde über einen Verwandten hergestellt, der angeblich von großen Geldgewinnen in Kryptowährungen sprach.

Mit dem Konto des Schülers wurden beeindruckende 57.000 Euro nach Luxemburg transferiert, wobei die Betrüger insgesamt acht Konten verschiedener Personen zum Tarnen des Geldabflusses verwendeten. Eine 74-jährige Ärztin wurde ebenfalls Opfer eines Betrugsversuchs. Ihr wurde eine SMS mit einem Link zur Aktualisierung ihrer Konto-Zugangsdaten zugesandt, doch sie tat gut daran, misstrauisch zu bleiben und die Website nicht zu betreten.

Der Betrugsfall im Detail

Die Betrüger traten bei einem Anruf als Sicherheitsmitarbeiter der Hausbank auf und forderten die Ärztin zur Installation einer Fernwartungssoftware auf. Durch diese Masche verschwanden 136.000 Euro ins Ausland. Lediglich etwa 16.000 Euro konnten zurückgeholt werden. Vor Gericht erklärte der verurteilte Schüler, er sei von legalen Geschäften ausgegangen und habe Angst vor den Unbekannten gehabt, die ihn unter Druck gesetzt hätten. Er bestritt, Geld für seine Mitarbeit erhalten zu haben und rechtfertigte seine Weigerung, mit der Polizei zu kooperieren, mit seiner Furcht vor den Betrügern.

Die Staatsanwaltschaft hingegen blieb skeptisch und betonte, dass ohne die Beteiligung des Schülers die Betrugsmasche nicht hätte funktionieren können. Die Verteidigung brachte vor, dass der junge Mann nicht gewusst habe, was wirklich passierte, und es an Vorsatz fehle. Letztlich fiel das Gericht sein Urteil, das auf der Prämisse basierte, dass es ausreichte, dass er in Kauf nahm, dass mit seinem Konto illegale Aktivitäten geschahen.

Kryptobetrug und deren Folgen

Diese Art von Betrug ist nicht nur in Österreich ein Problem. Jährlich fallen in Deutschland Tausende Menschen auf solche Machenschaften rein, wie die Fachanwalt.de berichtet. Oft fordern betrügerische Krypto-Plattformen, dass Gelder von Dritten empfangen oder weitergeleitet werden. Dies kann Opfer unbeabsichtigt in Geldwäsche verwickeln, was mit strafrechtlichen Konsequenzen geahndet wird – insbesondere, wenn es sich um Beträge über 100.000 Euro handelt, was einen schweren Fall darstellt.

Der Verdacht auf Geldwäsche kann erhebliche berufliche und finanzielle Folgen für die Betroffenen haben. Eine Vorladung wegen Geldwäsche kann dazu führen, dass eine Person als Beschuldigte im Strafverfahren gilt. Darüber hinaus kann eine falsche Aussage transformative Auswirkungen haben, weshalb rechtlicher Beistand immer ratsam ist.

Kryptokriminalität, die kriminelle Aktivitäten mit Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum umfasst, hat in den letzten Jahren zugenommen. Kanzlei Wederhake hebt hervor, dass die anonyme Natur dieser Währungen Täter begünstigt und es in vielen Fällen zu Betrug und Geldwäsche kommt. Gesetzliche Regelungen versuchen, dieser illegalen Nutzung entgegenzuwirken. Im deutschen Strafrecht stehen die häufigsten Straftaten in Zusammenhang mit Kryptokriminalität – wie Geldwäsche und Betrug – unter verschiedenen Paragrafen, die hohe Strafen vorsehen.

Die Verurteilung des 19-Jährigen und der Fall der Ärztin sind nur zwei Beispiele für die Gefahren, die von der zunehmenden Nutzung digitaler Währungen ausgehen. Es ist entscheidend, dass sowohl Regulierung als auch Nutzeraufklärung vorangetrieben werden, um künftige Betrugsfälle zu vermeiden.