Ein 17-jähriger mutmaßlicher Anhänger des „Islamischen Staates“ (IS) befindet sich in Untersuchungshaft in Linz. Laut vienna.at wurde der Jugendliche Anfang Dezember 2025 festgenommen, nachdem Staatsanwaltschaft Linz und die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) Hinweise auf seine Aktivitäten erhalten hatten.
Die Ermittlungen zeigten, dass der Teenager über soziale Medien radikale IS-Inhalte verbreitete. Dabei wurden konkrete Anschlagspläne, insbesondere gegen Exekutivbedienstete in Österreich, entdeckt. Zudem plante der Jugendliche eine Ausreise in ein vom IS kontrolliertes Gebiet.
Ermittlungen und Beweismaterial
Im Rahmen einer gerichtlich bewilligten Hausdurchsuchung wurden umfangreiche Beweismaterialien sichergestellt. Hierzu gehörten insbesondere elektronische Datenträger, auf denen IS-Propagandamaterial und selbst erstellte Videos mit einem Treueschwur auf den IS gefunden wurden. Die Ermittler berichteten von einer „stark islamistisch-ideologischen Radikalisierung“ des jungen Mannes. Derzeit läuft die Auswertung der sichergestellten Datenträger, während die DSN eng mit der marokkanischen Direction Générale de la Surveillance Territoire (DGST) zusammenarbeitet.
Staatssekretär für Verfassungsschutz Jörg Leichtfried würdigte die Ermittler für die Verhinderung eines potenziellen Anschlags und forderte Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit auf Social Media Plattformen sowie zur Stärkung der Medienkompetenz. Generaldirektor für öffentliche Sicherheit, Franz Ruf, betonte, dass es keinen Platz für islamistischen Extremismus in Österreich gibt. In diesem Zusammenhang äußerte Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer, dass Extremismus und Gewalt in der Gesellschaft nicht geduldet werden.
Kontext der Radikalisierung
Die Problematik der Radikalisierung unter Jugendlichen ist nicht auf Österreich beschränkt. Ein Bericht von dinstitut.de hebt hervor, dass Deutschland 2025 einen Anstieg des Jugendextremismus und gewalttätiger Straftaten verzeichnete. Hierbei wurden Rekordzahlen politisch motivierter Straftaten registriert, insbesondere im rechtsextremen Spektrum. Experten warnen vor der zunehmenden Radikalisierung und Gewaltbereitschaft, wobei soziale Medien als zentrale Plattformen für Rekrutierung und Indoktrination identifiziert werden.
In Großbritannien machen unter 18-Jährige 42 % der Terrorverhaftungen aus. Diese Entwicklungen sind auch in Österreich und anderen westlichen Ländern zu beobachten. Dies verstärkt den Bedarf an präventiven Maßnahmen und einer frühzeitigen Intervention, um Jugendliche besser vor extremistischen Einflüssen zu schützen.
Ähnliche Fälle in Österreich
Eine parallele Entwicklung zeigt sich in einem Gerichtsverfahren, das gegen drei junge Männer in Linz läuft. Diese stehen unter dem Verdacht, von Oktober 2022 bis Juli 2023 eine terroristische Vereinigung gegründet und im Sinne des IS agiert zu haben. Details zu ihrem Fall wurden von kurier.at berichtet. Alle drei Angeklagten nehmen an einem Deradikalisierungsprogramm teil und zeigen Reue für ihr Verhalten. Trotz der schweren Vorwürfe blieben sie bis zur Verhandlung auf freiem Fuß.
Diese aktuellen Entwicklungen verdeutlichen die alarmierenden Trends der Radikalisierung unter Jugendlichen in Europa und die Herausforderungen, denen sich die Gesellschaft gegenüber sieht. Die betroffenen Stellen arbeiten kontinuierlich daran, geeignete Maßnahmen zu entwickeln, um der Gefahr des Extremismus entgegenzuwirken.