Claudia Plakolm von der ÖVP hat heute aktuelle Zahlen zur Kinder- und Jugendpopulation in Österreich vorgestellt. Ein zentrales Ergebnis ihrer Präsentation ist, dass mehr als 20% der Unter-18-Jährigen keinen österreichischen Pass besitzen. Dies geht aus einem Bericht des Österreichischen Instituts für Familienforschung hervor, der einen Anstieg der Kinder mit ausländischem Pass dokumentiert. Im Jahr 2023 lebten rund 1,6 Millionen Kinder und Jugendliche in Österreich, während die Geburtenzahl im Jahr 2022 einen Tiefpunkt erreichte.
Der Kinderwunsch in der Bevölkerung ist in den letzten Jahren gesunken. Zwischen 2015 und 2023 gab es jedoch einen Zuwachs an Kindern unter sechs sowie unter 14 Jahren, welcher 2024 abflachte. Besonders besorgniserregend ist der Rückgang der Kinder mit österreichischer Staatsbürgerschaft. Im Jahr 2023 waren es etwa 339.000 von 1,6 Millionen, verglichen mit 81.000 von 1,8 Millionen im Jahr 1985. Diese Entwicklung ist an Schulen deutlich spürbar.
Einschneidende Maßnahmen und soziale Ausgaben
Ein weiterer Aspekt der von Plakolm angesprochenen Herausforderungen ist der Stopp des Familiennachzugs, der von der Regierung als Maßnahme zur Kontrolle der Migration eingeführt wurde. Gleichzeitig sind die Ausgaben für Familienleistungen von 3,0 Milliarden Euro im Jahr 1985 auf 12,4 Milliarden Euro im Jahr 2023 gestiegen. Im Jahr 2023 erhielten 56.700 Unter-15-Jährige Mindestsicherung, die meisten davon in Wien mit ca. 40.400 Betroffenen. Diese Entwicklungen werfen Fragen zur Chancengleichheit im Bildungssystem auf.
Ein weiteres alarmierendes Detail ist der Unterschied in der Schulformwahl. Nur 4,6% der Kinder mit österreichischem Pass besuchen die Neue Mittelschule (NMS), während fast jeder Fünfte mit ausländischem Pass diese Schule vorzieht. An den Allgemeinbildenden höheren Schulen (AHS) zeigen sich ähnliche Verhältnisse: hier besuchen rund ein Viertel der Jugendlichen mit österreichischem und ausländischem Pass die Schule. Zudem brachen 28,6% der Schülerinnen und Schüler, die im Schuljahr 2018/19 die neunte Schulstufe besuchten, vorzeitig ab. Wolfgang Mazal äußerte seine Besorgnis über die hohe Schulabbrecherquote und die Bildungsaffinität.
Migrationshintergrund und Einbürgerungen
Der Migrationshintergrund in Österreich hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Im Jahr 2023 machten Ausländer etwa 20 Prozent der Gesamtbevölkerung aus, was einen sprunghaften Anstieg von 11,9 Prozent im Jahr 2013 darstellt. Die Zahl der Ausländer in Österreich betrug über 2,45 Millionen, einschließlich Eingebürgerter und Österreicher mit ausländischen Eltern. Besonders große Gruppen unter den Ausländern sind Deutsche, Rumänen und Türken.
Die Einwanderung im Jahr 2023 erreichte etwa 195.000 Menschen, während die Auswanderung bei 128.000 lag, was einen Wanderungsüberschuss von ca. 67.000 bedeutet. Die größten Einwanderungsgruppen in diesem Jahr stammten aus der Ukraine. In Bezug auf Einbürgerungen verzeichnete Österreich im Jahr 2023 einen Anstieg auf knapp 12.000, was auf eine aktive Politik der Integration hindeutet, obwohl die Anerkennungsquote für Asylbewerber sehr unterschiedlich ausfällt.
Über 60 Prozent der Bevölkerung bewertet das Zusammenleben zwischen Österreichern und Zuwanderern als schlecht, was auf ein gestiegenes Spannungsfeld hinweist. Auch die Zahl rechter Straftaten und rassistischer sowie islamfeindlicher Vorfälle ist in den letzten Jahren gestiegen, was für soziale Spannungen in der Gesellschaft spricht.