Ein brutaler Mordfall erschüttert Wien: Eine 14-jährige Jugendliche wird verdächtigt, die 64-jährige Andrea Sch. am Friedhof Baumgarten in Penzing kaltblütig ermordet zu haben. Laut oe24 geschah die Tat Ende Februar, als die Frau das Grab ihrer verstorbenen Eltern besuchte. Mit einem frisch im Internet erworbenen Taschenmesser attackierte die Jugendliche ihre Opfer brutal von hinten. Insgesamt wurde Andrea Sch. mindestens fünf Mal in Kopf und Hals gestochen und verblutete an Ort und Stelle.

Die Täterin filmte den schrecklichen Vorfall und verschickte Fotografien der blutüberströmten Leiche über soziale Medien. Es stellte sich heraus, dass sie noch Blut an den Händen hatte, als sie in ihrer Krisen-WG in der Nähe des Friedhofs festgenommen wurde. Auf einem Bild, das kursierte, waren ihre charakteristischen schwarzen Goth-Stiefel zu sehen, was zur Identifizierung der Täterin führte. Diese hatte sich nach der Tat umgezogen und in einer Art Schockzustand wirkte sie auf ihre Betreuer verdreckt und zugedröhnt, bevor die Polizei alarmiert wurde.

Hintergründe der Tat

Die 14-Jährige, die bereits seit ihrem zehnten Lebensjahr an Depressionen leidet, hatte zuvor einen hohen Dosis Benzodiazepine eingenommen. Sie gab an, sich „ungewöhnlich unruhig und aufgeregt“ zu fühlen und schließlich das Gefühl gehabt zu haben, „dass ich jemanden töten musste“. Die Umstände ihrer Kindheit und der Verlust ihres Vaters, der an Parkinson erkrankt war, dürften ebenfalls zu ihrer psychischen Verfassung beigetragen haben. Ihre Mutter scheint überfordert mit der Situation zu sein, während ihre beiden älteren Schwestern mit eigenen psychischen Problemen kämpfen.

Das Interesse der Täterin an Serienkillern, insbesondere an Jeffrey Dahmer, und ihre Faszination für Gewalt und Selbstverletzung, die durch ihre Online-Aktivitäten belegt sind, werfen Fragen nach den Einflüssen auf Jugendliche auf, die zu Delinquenz führen können. Die Verknüpfung von psychischen Störungen und dem Einfluss des Internets auf das Verhalten von Jugendlichen sind Themen, die auch im Kontext der Jugendkriminalität in Deutschland diskutiert werden. Laut bpb zeigt sich, dass die Auseinandersetzung mit Gewalt in digitalen Medien realen Einfluss auf das Verhalten junger Menschen hat.

Rechtliche Situation und weitere Entwicklungen

Nach der Tat stellte die Polizei fest, dass die Verdächtige Unschuldsvermutung genießt und in Untersuchungshaft sitzt. Sie fragt dabei wiederholt: „Warum bin ich da?“ und berichtet von Stimmen, die sie hört. Es wird erwartet, dass bei ihr Unzurechnungsfähigkeit festgestellt wird, was eine Unterbringung in einem forensisch-therapeutischen Zentrum nach sich ziehen könnte.

Die Anwältinnen Astrid Wagner und Dominique Perl vertreten die Jugendliche, haben sich jedoch nicht zur Sache geäußert. Der Fall hat bereits jetzt erhebliche öffentliche Diskussionen über Kinder- und Jugendkriminalität sowie die Bedeutung von Präventionsmaßnahmen ausgelöst.

Die Tragödie verdeutlicht die Herausforderungen im Umgang mit psychisch erkrankten Jugendlichen und die Rolle, die familiäre und gesellschaftliche Rahmenbedingungen dabei spielen können. Mögliche Ansätze zur Prävention von Jugendkriminalität müssen dringend diskutiert werden, um solche schrecklichen Vorfälle in Zukunft zu verhindern.