Die Waldorfschule Klagenfurt hat kürzlich die Entwicklung ihrer eigenen Künstlichen Intelligenz (KI) mit dem Namen WaldiGPT gestartet. Diese Plattform wurde speziell für die Waldorf-Community entworfen und bietet Unterstützung bei Fragen zur kindlichen Entwicklung, Unterrichtsmethoden und dem pädagogischen Alltag. Dabei arbeitet WaldiGPT dialogorientiert und berücksichtigt die individuellen Entwicklungsphasen von Kindern. Ziel ist es, der Community walldorfpädagogisch fundierte und praxisnahe Antworten zu liefern und den Austausch innerhalb der Gemeinschaft zu fördern. Zudem ist der Zugang zu WaldiGPT kostenlos; ein Abo-Modell mit erweiterten Funktionen bietet zusätzliche Vorteile, wie häufigere Anfragen und individuelle Beratungsmöglichkeiten, die die Nutzung der Plattform weiter intensivieren.

Parallel zu der Einführung von WaldiGPT plant die Waldorfschule Klagenfurt ein medienpädagogisches Kunstprojekt. Dieses hat das Ziel, Kinder und Jugendliche an einen reflektierten Umgang mit Künstlicher Intelligenz heranzuführen. Die KI wird hierbei nicht als Ersatz für Kreativität betrachtet, sondern als Werkzeug zur Reflexion. Das Projekt sieht vor, dass die Schülerinnen und Schüler künstlerische Selbstportraits erstellen, die anschließend von der KI interpretiert werden. Die Finanzierung des Projekts soll über eine Crowdfunding-Plattform erfolgen und trägt zur bewussten Weiterentwicklung der Waldorfpädagogik bei.

Medienkonzept und Digitalisierung

Waldorfschulen lehnen den Einsatz elektronischer Medien nicht ab. Im Gegenteil, sie verfolgen ein ganzheitliches, altersübergreifendes Medienkonzept, das auch eine umfassende Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz beinhaltet. Dies wird besonders deutlich in Zeiten verstärkter digitaler Nutzung durch die Covid-19-Pandemie, die sowohl Eltern als auch Pädagogen vor neue Herausforderungen gestellt hat. Innovative Konferenzplattformen sind dabei kein vollständiger Ersatz für das körperliche, emotionale und soziale Wachstum von Kindern. Gleichzeitig wächst die nächste Generation in einer zunehmend von Künstlicher Intelligenz gesteuerten Welt auf.

Der Bund der Freien Waldorfschulen ist Kooperationspartner des Dokumentarfilms #KidsOnTech, der sich mit der Fähigkeit von Kindern beschäftigt, die technologische Revolution kreativ und urteilsfähig zu nutzen. Der Film wird international ausgestrahlt und richtet sich an Eltern, Erzieher, Lehrer sowie Entscheidungsträger, um ein besseres Verständnis über die Möglichkeiten und Risiken digitaler Medien zu fördern. Er bietet jedoch keinen „Königsweg“, sondern regt dazu an, die eigenen Einflussmöglichkeiten als Erwachsene zu reflektieren.

Die Rolle von KI in der Bildung

In einer aktuellen Diskussion über die Rolle von KI und ChatGPT in der Bildung stellten Experten wie Prof. Dr. Edwin Hübner fest, dass Technik befreiend wirken kann, solange der Umgang mit ihr Disziplin und gute Allgemeinbildung erfordert. Hübner betonte die Wichtigkeit der Unterscheidung zwischen hochwertigen und weniger guten Informationsquellen und forderte Lehrkräfte dazu auf, neue Aufgaben zu entwickeln, die nicht von Maschinen erledigt werden können, wie etwa mündliche Präsentationen oder Erklärfilme statt traditioneller Hausarbeiten.

Mit WaldiGPT und dem begleitenden Kunstprojekt zeigt die Waldorfschule Klagenfurt, wie sie die Herausforderungen der digitalen Welt aktiv angeht und dabei die Werte der Waldorfpädagogik wahrt. Diese Entwicklung spiegelt die Bemühungen wider, Kinder auf die komplexen Anforderungen der zukünftigen Gesellschaft vorzubereiten, ohne die menschliche Kreativität und Entwicklung aus den Augen zu verlieren.

Für weitere Informationen über die Waldorfpädagogik unter digitalen Bedingungen besuchen Sie die Seiten von Klick Kärnten, Erziehungskunst sowie Waldorfschule.