Am 11. Februar 2026 erlitt ein 17-jähriger Jugendlicher auf dem Bahnhof Mosen in der Gemeinde Hitzkirch in der Schweiz einen schweren Stromschlag, als er auf das Dach eines Zuges kletterte. Gegen 19:30 Uhr meldete die Luzerner Polizei den Vorfall. Der Jugendliche wurde mit erheblichen Verletzungen ins Krankenhaus geflogen, wobei ein Rettungshelikopter zum Einsatz kam. Die Zugstrecke zwischen Beinwil am See und Hitzkirch blieb für rund vier Stunden gesperrt und Ersatzverkehr wurde durch Bahnersatzbusse organisiert. Momentan laufen Ermittlungen, um die genauen Umstände des Vorfalls zu klären. Ähnliche Zwischenfälle in der Schweiz zeigen, dass diese gefährlichen Mutproben, vom sogenannten Trainsurfen, zunehmend zum Problem werden. Besorgniserregend ist, dass dies bereits nicht der erste Vorfall dieser Art im Jahr 2026 war, da auch in den Vorjahren mehrere Jugendliche durch Stromschläge ums Leben kamen, darunter ein 18-Jähriger in Beinwil am See sowie ein 14- und ein 17-Jähriger in früheren Fällen. Diese Ereignisse werfen Schatten auf die Gefahren des Trainsurfens, einer illegalen Praxis, die bei Jugendlichen durch soziale Medien an Beliebtheit gewinnt, die den Mut zu riskanten Aktionen belohnen und zeigen.
Gefahren des Trainsurfens
Trainsurfen, das illegale Klettern auf Züge, U-Bahnen oder Trams, hat sich insbesondere in der Schweiz zu einem gefährlichen Trend entwickelt. Jugendliche filmen oft ihre mutigen Taten selbst, was sowohl ihr Leben als auch das von unwissenden Fahrgästen in Gefahr bringt. Die Motivation dahinter ist häufig der Drang nach Anerkennung in sozialen Medien, wo die Reichweite ihrer Videos weit über den Freundeskreis hinausgeht. Laut der Organisation Pro Juventute suchen Jugendliche in ihrer Entwicklungsphase nach Bestätigung, können jedoch die Risiken nicht richtig einschätzen. Lulzana Musliu von Pro Juventute betont, dass es wichtig ist, über diese Themen zu sprechen und Präventionsmaßnahmen zu ergreifen.
Die Gefahren des Trainsurfens sind erheblich, denn Jugendliche riskieren nicht nur tödliche Stromschläge, wie zahlreiche Unfälle in der Vergangenheit zeigen, sondern auch Stürze, die zu schweren Verletzungen führen können. In Berlin beispielsweise gab es zwischen 1989 und 1995 insgesamt 41 Unfälle von Trainsurfern. Dennoch bleibt der Trend beständig, was auch darauf hindeutet, dass die Suche nach Bestätigung und das Gefühl der Unbesiegbarkeit in der Jugend eine Rolle spielen, wie auch die Probleme der sozialen Medien, die immer jüngere Zielgruppen ansprechen.
Ein Aufruf zur Verantwortung
Die vermehrten Fälle von gefährlichem Verhalten unter Jugendlichen werden von verschiedenen Experten kritisch betrachtet. Politische Maßnahmen werden ebenfalls gefordert, um die Nutzung sozialer Medien zu regulieren, insbesondere mit Blick auf jüngere Nutzer. Diskussionen um Altersgrenzen für soziale Medien sind im Gange, da internationale Beispiele wie Australien zeigen, dass Social Media erst ab 16 Jahren erlaubt sein sollte. Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat sogar empfohlen, für Kinder unter 13 Jahren keine Social-Media-Konten zuzulassen.
Die jüngsten Vorfälle in der Schweiz verdeutlichen, wie wichtig es ist, über die potenziellen Gefahren von Mutproben zu informieren und Jugendliche zu sensibilisieren. Eltern und Aufsichtspersonen sollten das Gespräch über die Risiken mit ihren Kindern suchen und dabei helfen, eine gesundheitsfördernde Mediennutzung zu etablieren. Die Verantwortung liegt nicht nur bei den Jugendlichen selbst, sondern auch bei den Betreibern sozialer Medien, die gefährliche Inhalte und Trends regulieren müssen.
Die anhaltenden Warnungen und die tragischen Vorfälle rund um das Trainsurfen unterstreichen die dringende Notwendigkeit eines Umdenkens in der Gesellschaft, um die Sicherheit von Jugendlichen zu gewährleisten und sie vor den Gefahren ihrer eigenen Suche nach Anerkennung zu schützen.