Ali Akbar, ein Zeitungsverkäufer in Paris, hat in einer Zeremonie im Elysée-Palast einen Orden erhalten. Der 73-Jährige, der als letzter seiner Art gilt, begann seine Karriere als Zeitungsverkäufer am linken Seine-Ufer, als der französische Präsident Emmanuel Macron noch Student war. Er hat sich im Laufe der Jahre einen Namen gemacht, indem er nicht nur Zeitungen verkaufte, sondern auch durch Cafés zog und mit amüsanten Schlagzeilen auf sich aufmerksam machte. Akbar äußerte sich gerührt über die Auszeichnung und freute sich, dass er nun als „Ritter“ geehrt wird. „Ich hab’s geschafft, jetzt bin ich Ritter!“ sagte er stolz.Kleine Zeitung berichtet über diesen besonderen Anlass, der nicht nur für Akbar, sondern auch für die traditionelle Berufung des Zeitungsverkäufers in Paris von Bedeutung ist.
Als Akbar seine Tätigkeit als Zeitungsverkäufer begann, gab es in Paris noch etwa 50 mobile Verkäufer, die vor allem an Métro-Eingängen standen und die neuesten Nachrichten verkauften. In seinen besten Zeiten verkaufte er bis zu 200 Zeitungen pro Tag. Heute hat sich die Anzahl seiner Verkäufe jedoch auf durchschnittlich 30 reduziert. Trotz seines Rückgangs im Geschäft bleibt Akbar aktiv und arbeitet weiterhin von 15:00 bis 22:00 Uhr. Er bezieht eine Pension, die ihm zusätzliche finanzielle Sicherheit bietet, während er der Stadt weiterhin seine Dienstleistungen anbietet.Spiegel hebt hervor, dass Akbar nicht nur ein Verkäufer, sondern auch ein Teil der kulturellen Identität von Paris ist.
Ein Blick auf die Mediensituation in Frankreich
Die Situation der Zeitungsverkäufer wie Ali Akbar spiegelt wider, wie sich die Medienlandschaft in Frankreich verändert hat. Trotz einer über zweihundertjährigen Geschichte der Meinungsfreiheit, die im Artikel 11 der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte von 1789 verankert ist, haben viele Franzosen zunehmend weniger Vertrauen in die Qualität und Objektivität der Medien. Laut einer Untersuchung glauben 85% der Journalisten, dass die bekanntesten Kollegen Teil eines Kreises sind, der die Anliegen der Bevölkerung nicht versteht. Dies deutet auf eine Kluft zwischen Journalisten und der Zivilgesellschaft hin.bpb liefert einen umfassenden Überblick über diese Spannungen innerhalb der französischen Medien.
Die französische Medienlandschaft wird sowohl durch staatliche Subventionen als auch durch politische Einflussnahme geprägt. Frankreich subventioniert die Presse mit 1,4 Milliarden Euro jährlich, was mehr ist als in jedem anderen europäischen Land. Diese Abhängigkeit von staatlicher Unterstützung könnte die Unabhängigkeit der Medien gefährden, insbesondere angesichts der Tatsache, dass viele Journalisten sich politisch links orientieren und oft in einer restriktiven kulturellen Umgebung operieren müssen.
Die Auszeichnung von Ali Akbar als Ritter symbolisiert nicht nur die Ehre eines Einzelnen, sondern erinnert auch an die Herausforderungen, mit denen die traditionellen Formen des Journalismus und der Berichterstattung in einem sich ständig verändernden Medienumfeld konfrontiert sind. Während Akbar weiterhin die Straßen von Paris mit seinen Zeitungen durchstreift, ist er Teil eines zunehmend seltenen Berufs, der nicht nur Nachrichten verkauft, sondern auch Geschichten und Erinnerungen bewahrt.