Der Papst Leo XIV. äußerte in seiner jüngsten Botschaft zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel warnende Worte zur Künstlichen Intelligenz (KI). In dieser Ermahnung beleuchtet er, wie KI die Kreativität von Künstlern bedroht und den kreativen Prozess durch Maschinen ersetzt. Diese Haltung beschreibt er als das „Begraben der Talente“, die den Menschen zur Entfaltung seiner Beziehungen zu Gott und anderen anvertraut wurden. Angesichts der zunehmenden Kontrolle von KI über die Produktion von Texten, Musik und Videos, warnt er, dass Menschen zu passiven Konsumenten von anonymen Produkten werden könnten, die ohne Liebe und persönliche Urheberschaft erstellt wurden.

Leo XIV. kritisiert die Algorithmen, die für soziale Medien verantwortlich sind und die Interaktionen maximieren. Diese werden zwar von den Plattformen als profitabel angesehen, gefährden jedoch die menschliche Ausdrucksfähigkeit, die oft Zeit für Verständnis und Reflexion benötigt. Darüber hinaus bemängelt der Papst die Schaffung von Konsens- und Empörungsblasen, die das kritische Denken und die Fähigkeit zuzuhören untergraben und die gesellschaftliche Polarisierung fördern. Auch das Vertrauen in KI als allwissende „Freundin“, die Informationen liefert, könnte die analytische und kreative Denkfähigkeit verringern.

Die Rolle der Künstlichen Intelligenz in der Gesellschaft

Künstliche Intelligenz ist nicht nur im Kunstsektor präsent, sondern findet auch in vielen Lebensbereichen Anwendung. In der modernen Welt dominieren KI-Technologien in Bereichen wie Social Media, Online-Shopping, und sogar im Journalismus. Dies führt dazu, dass in hochentwickelten Ländern kaum noch KI-freie Zonen existieren. Die Ausbildung an KI-Tools wird zunehmend notwendig, um im Beruf konkurrenzfähig zu bleiben. Während in vielen Berufen die Anwendung von KI als positiv wahrgenommen wird, sind im privaten Bereich negative Effekte wie Abhängigkeit und Stress zu verzeichnen.

Die Verbreitung von KI birgt auch Risiken. Es gibt Prognosen, dass KI insbesondere hochqualifizierte Jobs beeinflussen wird, was sowohl zu Vorteilen als auch zu Nachteilen für Arbeitnehmer führen kann. Die von großen Technologieunternehmen wie Microsoft und Google ausgearbeiteten KI-Systeme könnten die Glaubwürdigkeit von Informationsmedien gefährden, was durch das steigende Auftreten von KI-generiertem Content verstärkt wird. Politisch motivierte Desinformationskampagnen sind eine weitere Herausforderung, der sich die Gesellschaft stellen muss.

Künstlerische Chancen und Herausforderungen durch KI

Trotz der Bedenken über die negativen Auswirkungen bietet Künstliche Intelligenz auch neue Möglichkeiten in Kunst und Kultur. Sie kann als Werkzeug, Dialogpartner und Muse für Künstlerinnen und Künstler fungieren und dabei helfen, kulturelle Angebote besser an gesellschaftliche Bedürfnisse anzupassen. Dies geht jedoch mit Risiken einher, wie der Gefahr einer Content-Schwemme und möglichen Urheberrechtsverletzungen, die die Arbeitsmarktchancen in der Kreativwirtschaft gefährden können.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, hat die UNESCO eine Empfehlung zur Ethik der Künstlichen Intelligenz ausgesprochen. Diese ist der erste globale Völkerrechtstext zu diesem Thema, der den Schutz der kulturellen Vielfalt und die Förderung kultureller Teilhabe betont. Unter den Empfehlungen an Mitgliedstaaten finden sich Vorschläge zur Weiterbildung für Kulturschaffende im Umgang mit KI sowie die Notwendigkeit von klaren regulatorischen Rahmenbedingungen auf nationaler und internationaler Ebene.

Insgesamt wird ein kritischer Diskurs über den Einsatz von KI in Kunst, Kultur und der Kreativwirtschaft gefordert. Es gilt, Menschen die Kontrolle über die Entwicklung und Nutzung von KI zu belassen und die ethischen Standardsetzungen in der Forschung und Anwendung sicherzustellen.

[exxpress] berichtet, dass Papst Leo XIV. vor der Bedrohung von Kreativität und kritischem Denken durch KI warnt. Weitere Informationen zur Rolle von KI in verschiedenen Lebensbereichen finden sich auf [bpb]. Die UNESCO informiert über die Chancen und Herausforderungen, die KI für Kunst und Kultur bietet, sowie über die Notwendigkeit ethischer Standards in diesem Bereich ([unesco]).