Die Sicherheitsvorkehrungen für die Olympischen Winterspiele in Italien erreichen höchste Stufen, insbesondere angesichts der Bedenken, dass Versuche unternommen werden könnten, Angst vor Terror und anderen Gefahren zu schüren. Solche Aktionen könnten darauf abzielen, das Ansehen der Spiele zu beschädigen oder den Ablauf zu sabotieren, berichtet die Kleine Zeitung.
Während des Fackellaufs durch Italien kam es bereits zu Protesten von israelkritischen Aktivisten. Sicherheitsexperten in Rom halten jedoch Anschläge aufgrund umfangreicher Sicherheitsvorkehrungen und einer erhöhten Terrorwarnstufe für unwahrscheinlich. Die italienischen Behörden haben sich frühzeitig auf Risiken vorbereitet, insbesondere durch Cyberattacken, und setzen auf eine umfassende Sicherheitsstrategie.
Cyberangriffe im Fokus
Die Sicherheitsstrategie während der Spiele umfasst präventive Maßnahmen sowie die Fähigkeit, schnell auf Angriffe zu reagieren. Die Gefahr von Cyberangriffen wird als konkret eingeschätzt – ein Expertenteam arbeitet an den nötigen Abwehrmaßnahmen. Cyberangriffe stellen eine wachsende Bedrohung dar, insbesondere da weltweit ein Anstieg an DDoS-Angriffen stattfindet, der das Vertrauen in Medien und staatliche Institutionen zu erschüttern droht, wie die Tagesschau berichtet.
Gianluca Galasso, der Leiter des Einsatz- und Krisenmanagements der Agentur für nationale Cybersicherheit, zeigt sich optimistisch, basierend auf Erfahrungen mit vergangenen Großereignissen. Mögliche Angriffe könnten insbesondere von sogenannten „Hacktivisten“ ausgehen, die politisch motivierte Cyberattacken durchführen. Auch die Bereiche Verkehr und Kommunikation stehen im besonderen Fokus, da Störungen hier große Aufmerksamkeit erregen würden.
Internationale Zusammenarbeit und Kontroversen
Italien arbeitet eng mit den Sicherheitsbehörden und Geheimdiensten anderer Länder zusammen. Während der Spiele werden drei Beamte der umstrittenen US-Einwanderungsbehörde ICE im amerikanischen Konsulat in Mailand stationiert, was politische Kontroversen ausgelöst hat. Außenminister Antonio Tajani versicherte, dass kein Anlass zur Beunruhigung bestehe und die ICE-Beamten nicht bewaffnet im öffentlichen Raum auftreten werden.
Besonders eindrücklich ist das Bild der Olympischen Spiele aus der Perspektive der Cybersicherheit: Die französische Cybersicherheitsbehörde (ANSSI) war während der Olympischen Spiele 2024 in Paris in höchster Alarmbereitschaft und musste zahlreiche Angriffe registrieren. Trotz mehr als 140 Cyberangriffe auf die Spiele gelang es den Behörden, die Veranstaltungen ohne größere Störungen durchzuführen, wie die IBM berichtet.
Die Erfahrungen aus Paris könnten auch für Italien von Bedeutung sein, wo die Vorbereitungen auf eine Vielzahl von Bedrohungen abzielen, um die Sicherheit von Athleten und Besuchern während der Olympischen Winterspiele zu gewährleisten.