Am Nachmittag des 15. Jänner 2026 kam es in der Gstemmerscharte in Donnersbachwald, Bezirk Liezen, zu einem schweren Lawinenabgang, bei dem ein Skitourengeher verschüttet wurde. Die Lawine, die eine Länge von etwa 200 Metern hatte, löste einen Großalarm aus. Laut 5min.at wurden ca. 60 Einsatzkräfte mobilisiert, darunter die Bergrettung Stainach, eine Lawinen- und Suchhundestaffel, die Alpinpolizei und die Freiwilligen Feuerwehren aus Unterburg und Irdning.
Zur Unterstützung wurde auch ein Notarzthubschrauber des ÖAMTC sowie ein Polizeihubschrauber alarmiert. Die schnelle Reaktion der Einsatzkräfte war entscheidend, da die Gefahr von weiteren Lawinenabgängen bestand. Der Notarzthubschrauber konnte eine Eingangsspur in die Lawine finden und die verschüttete Person mit einem Lawinenverschüttetensuchgerät lokalisieren. Die Befreiung erfolgte durch einen Flugretter und einen Notarzt, der anschließend eine notfallmedizinische Erstversorgung durchführte, bevor die Person ins Krankenhaus Schladming transportiert wurde.
Lawinengefahr und Sicherheit beim Skitouren
Abseits der präparierten Pisten zu fahren, ist ein Traum für viele Wintersportler, birgt jedoch auch erhebliche Risiken. Dr. Stefan Winter, ein erfahrener Berg- und Skiführer, warnt davor, die Gefahren durch die verzerrte Darstellung in sozialen Medien zu unterschätzen. Jährlich kommen in den europäischen Alpen rund 100 Menschen bei Lawinenunfällen ums Leben und die Risiken sind besonders hoch in geländlichen Gebieten. Laut apotheken-umschau.de können Lawinen nur in Gelände mit einer Hangneigung von über 30 Grad abgehen. Daher ist es wichtig, sich mit den örtlichen Verhältnissen und Risiken vertraut zu machen.
Die Lawinengefahr ist bereits mit den ersten Schneefällen gegeben und aktuelle Lawinenberichte sind unerlässlich. Es gibt fünf Gefahrenstufen, wobei die ersten beiden ein geringes bis mäßiges Risiko darstellen. Stufe drei beschreibt bereits ein erhebliches Risiko, während Stufen vier und fünf hohe Risiken anzeigen, die für Touren kaum empfehlenswert sind. Für Anfänger sind präparierte Winterwanderwege in weniger steilen Gebieten die sicherste Option.
Notfallmaßnahmen und Ausrüstung
Wer sich für Skitouren entscheidet, sollte sich nicht nur in der Nutzung von Lawinen-Notfall-Ausrüstung auskennen, sondern auch über grundlegende Planungskenntnisse verfügen. Ein Lawinen-Notfall-Set umfasst ein Such- und Empfangsgerät, eine Sonde und eine Schaufel. Wenig Schnee bedeutet nicht zwangsläufig ein geringeres Lawinenrisiko; die Struktur der Schneedecke spielt eine entscheidende Rolle. Es wird zudem empfohlen, nicht alleine auf Skitour zu gehen und die Zeitplanung entsprechend zu berücksichtigen.
Die Überlebenschancen bei einer Lawine hängen von der Tiefe der Verschüttung sowie von der Geschwindigkeit der Bergung ab. 90 Prozent der Verschütteten überleben, wenn sie in den ersten 10 bis 15 Minuten gefunden werden. Neue Technologien, wie ein System, das Luft zu Verschütteten leitet, könnten die Überlebenschancen zusätzlich erhöhen.
Dieser Vorfall verdeutlicht einmal mehr die Wichtigkeit der Sicherheitsvorkehrungen und der richtigen Vorbereitung für Skitourengeher, insbesondere in Gebieten mit erhöhter Lawinengefahr. Ein umsichtiges Verhalten und ausreichende Kenntnisse können im Ernstfall lebensrettend sein.