Der nordkoreanische Führer Kim Jong Un hat am Mittwoch versprochen, das nukleare Waffensystem seines Landes zu verstärken. Diese Ankündigung erfolgte im Rahmen einer nächtlichen Militärparade, bei der seine Tochter an seiner Seite war.
Militärparade in Pyongyang
Laut Staatsmedien marschierten etwa 14.000 Soldaten über den Kim-Il-Sung-Platz in der Hauptstadt Pjöngjang. Die Soldatenscharen waren bei Flutlicht zu sehen, während Kampfflugzeuge über ihnen ominös zum Himmel donnernd flogen.
Die Rolle der Tochter
Kims jugendliche Tochter, allgemein als Ju Ae bekannt, trat erneut prominent neben ihrem Vater auf. Trotz Spekulationen in Südkorea über ihre mögliche Eignung als Nachfolgerin wurden bei dem alle fünf Jahre stattfindenden Parteitag keine neuen offiziellen Titel verkündet.
Erweiterung des Nuklearprogramms
In seinen abschließenden Bemerkungen beim Kongress bekräftigte Kim die Absicht, das nukleare Arsenal des Landes zu erweitern. Er bezeichnete dies als den „entschlossenen Willen“ der Partei, die nationale nukleare Macht zu stärken und sowohl die Anzahl der Waffen als auch die Fähigkeit zu deren Einsatz zu erhöhen.
Fehlende Militärhardware
Bei der Parade fehlte jedoch die meiste militärische Hardware auffällig. Es gab keine Prozession von Panzern, keine aufragenden Interkontinentalraketen (ICBM) und keine hyperschallfähigen Gleitfahrzeuge, die vor die Kameras rollten. Diese Zurückhaltung ist bemerkenswert, da das Kim-Regime Paraden häufig zur Präsentation seiner bedrohlichsten Waffen nutzt.
Dies könnte auch darauf hinweisen, dass Nordkorea versucht, Disziplin und politische Kontrolle zu signalisieren, während es seine strategischen Vorteile in Reserve hält.
Nukleare Pläne und Gespräche
Neben dem Versprechen neuer nuklearer Waffen wiederholte Kim auch Pläne für stärkere ICBMs, Fähigkeiten zum U-Boot-Start und Entwicklungen im Zusammenhang mit Drohnen und Künstlicher Intelligenz. Zudem ließ er Raum für Gespräche mit Washington, jedoch nur auf den Bedingungen Pjöngjangs.
Diese Aussagen könnten auch strategisch eingefädelt worden sein, insbesondere im Hinblick auf die bevorstehende Reise von US-Präsident Trump nach China, die die regionalen Beziehungen möglicherweise neu gestalten könnte.
Die Partnerschaft mit Russland
Pjöngjangs Machtspiel sieht ganz anders aus als zur Zeit der Gipfeltreffen in Trumps erster Amtszeit, vor allem aufgrund der vertieften Partnerschaft zwischen Kim und Putins Russland. Im Juni 2024 unterzeichneten Kim und Putin ein Abkommen über eine „umfassende strategische Partnerschaft“, das eine gegenseitige Verteidigungsklausel umfasst.
Staatsmedien berichten häufig über Kim, der zurückkehrende nordkoreanische Soldaten ehrt, die für Russland gekämpft haben, und den Familien der Gefallenen Trost bietet. Diese Zeremonien zeigen Kim häufig als wohlwollende Vaterfigur.
Vor diesem Hintergrund könnte die Parade am Mittwoch, die stark auf die Truppenpräsenz setzte und kaum mit Waffen aufwartete, absichtlich für das inländische Publikum Kaliber abgestimmt worden sein. Der Schwerpunkt lag auf Einheit, Loyalität und Bereitschaft, während die provokantesten Systeme im Hintergrund blieben.
Dennoch wurde die Warnung an die Gegner klar. Staatsmedien zitierten Kim mit den Worten, dass jede Verletzung der Souveränität des Landes sofortige Vergeltungsschläge auslösen würde. Dieser vertraute Drohung wurde die Ankündigung von US-amerikanischen und südkoreanischen Militärübungen, die im kommenden Monat wieder auf dem Kalender stehen, gegenübergestellt.