Am 9. November 2025 hat in Santa Marta, Kolumbien, das vierte Gipfeltreffen zwischen den Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union und der Gemeinschaft lateinamerikanischer und karibischer Staaten (Celac) begonnen. Das Hauptziel dieser Konferenz ist die Verbesserung der Kooperation in den Bereichen Energie, Klimawandel und internationale Sicherheit. Über 60 Delegationen sind anwesend, darunter wichtige Politiker wie der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sowie der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez. Auch die österreichische Außenministerin Beate Meinl-Reisinger und der deutsche Außenminister Joachim Wadephul nehmen teil.
Die Celac und die EU repräsentieren zusammen mehr als eine Milliarde Menschen, was 14% der Weltbevölkerung und 21% der globalen Wirtschaftsleistung entspricht. Ein zentraler Punkt des Gipfels ist die geplante Sicherheitsallianz zwischen den beiden Regionen, die eine engere Abstimmung zwischen Polizei-, Justiz- und Zollbehörden sowie gemeinsame Ermittlungsansätze vorsieht. Darüber hinaus sollen schärfere Kontrollen von Finanzströmen etabliert und Mechanismen zur Rückführung illegaler Vermögenswerte eingeführt werden. Ein weiterer Schwerpunkt ist der verstärkte Kampf gegen Schleppernetzwerke, Menschenhandel und Umweltkriminalität.
Kritische Stimmen und geäußerte Bedenken
Der kolumbianische Präsident Gustavo Petro äußerte sich in Bezug auf inakzeptable US-Militärschläge in der Karibik, bei denen mutmaßliche Drogenhändler getötet wurden. Diese Angriffe überschatten derzeit das Treffen und sorgen für Spannungen. In den letzten zwei Monaten wurden 18 Boote versenkt, was zum Tod von mindestens 69 Zivilisten führte. Fischer in der Region äußern ihre Ängste vor den US-Angriffen, die von vielen als völkerrechtswidrig angesehen werden. Rosa Merlín Rodríguez, eine Rechtswissenschaftlerin, hat sich ebenfalls kritisch zu diesen Themen geäußert.
Das Fehlen mehrerer Staats- und Regierungschefs wirft zudem Fragen auf. Führende Politiker wie die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, der deutsche Kanzler Friedrich Merz und der französische Präsident Emmanuel Macron haben ihre Teilnahme abgesagt. Die Absagen werden von lokalen Medien als Reaktion auf die heikle globale politische Lage interpretiert. Kaja Kallas vertritt von der Leyen, während Wadephul kurzfristig zugesagt hat.
Ausblick auf die zukünftige Zusammenarbeit
Die Gipfelteilnehmer haben bereits Maßnahmen zur Stärkung des Schutzes von Seewegen und zur Bekämpfung von Kriminalität auf See vorgeschlagen. Kaja Kallas betont in ihrer Rede die entscheidende Bedeutung der Zusammenarbeit zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger, insbesondere im Zusammenhang mit der Drogenkriminalität, für die Kolumbien als größter Kokainproduzent weltweit bekannt ist. Die Drogen werden überwiegend über Mittelamerika und die Karibik in die USA und nach Europa geschmuggelt.
Zusammenfassend konzentriert sich das Gipfeltreffen auf die Herausforderung, die Beziehungen zwischen Europa und Lateinamerika zu stärken, während gleichzeitig die Sicherheitsbedenken und die geopolitischen Spannungen, insbesondere die aggressiven US-Politiken, im Mittelpunkt stehen. Der Erfolg der Konferenz wird stark davon abhängen, wie die teilnehmenden Staaten auf diese Herausforderungen reagieren.
Für weitere Informationen zu den Details des Gipfels besuchen Sie bitte Vienna.at oder lesen Sie Tagesschau.de.




