Am 27. Jänner 2026 berichtet die Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass Großbritannien nicht mehr als masernfrei eingestuft wird. Dieser besorgniserregende Verlust des Status ist auf die signifikante Ausbreitung von Masern im Jahr 2024 zurückzuführen. Die britischen Gesundheitsbehörden und Medien bestätigen diese Entscheidung, die auf anhaltende Lücken in der Immunität nach dem Rückgang der Impfquoten zurückzuführen ist. Seit 2021 galt das Vereinigte Königreich als masernfrei, doch im Jahr 2024 wurden dort 3.681 Masernfälle registriert.

Ein zentraler Faktor für diese Entwicklung ist die Impfquote, die unter der für die Herdenimmunität empfohlenen Schwelle von 95 Prozent liegt. Laut gelbe-liste.de sind Masern eine der ansteckendsten Infektionskrankheiten weltweit und verursachen hohe Morbidität und Mortalität. Die WHO setzt sich das Ziel, Masern bis 2030 in mindestens fünf von sechs Weltregionen zu eliminieren. Voraussetzung hierfür ist allerdings eine Durchimpfungsrate von mindestens 95 % mit zwei Dosen des Masern-Impfstoffs.

Auswirkungen der Covid-19-Pandemie

Die Covid-19-Pandemie hat die Routine-Impfprogramme erheblich gestört und den Fortschritt bei der Eliminierung von Masern verlangsamt. Eine Studie zeigt, dass die Impfquoten weltweit unter das Vorkrisenniveau gesunken sind. Besonders besorgniserregend ist, dass der Anteil der „Zero-Dose-Kinder“, die keinen Zugang zu einer Masernimpfung haben, global um 7,8 % gestiegen ist, wobei in Afrika dieser Wert sogar um 24,9 % steigt.

Aktuell liegt die globale Zwei-Dosen-Impfquote im Durchschnitt bei nur 65,3 %. Selbst in Europa, wo die Impfquote 92,5 % beträgt, wird die erforderliche Herdenimmunität nicht erreicht. Dies verdeutlicht die Dringlichkeit gezielter Maßnahmen zur Erhöhung der Impfquote, insbesondere in unterversorgten Regionen und sozioökonomisch benachteiligten Gruppen, wie von infektionsschutz.de gefordert.

Notwendigkeit von Impfprogrammen

Experten plädieren für die Einführung umfassender Impfprogramme, um die Notlage zu bekämpfen. Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehören die Bekämpfung von Fehlinformationen zur Stärkung des Vertrauens in Impfstoffe und der Ausbau von mobilen Impfteams. In Großbritannien sind diese Bemühungen mittlerweile dringend notwendig, da die WHO bezüglich der steigenden Krankheitsfälle vor einer zunehmenden Ausbreitung von Masern warnt.

Zudem ist der Herdenschutz von großer Bedeutung, insbesondere für ungeimpfte Personen, wie zum Beispiel Säuglinge oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem. In einigen Regionen, wie Nord- und Südamerika, gelten hohe Impfquoten als Grund dafür, dass Masern als eliminiert gelten. In Deutschland hingegen sind die Ziele der WHO noch nicht vollständig erreicht, was zu regionalen Masernausbrüchen geführt hat.

Es bleibt zu hoffen, dass die internationale Gemeinschaft sich koordiniert zusammenschließt, um die Herdenimmunität zu stabilisieren und den globalen Eliminierungsprozess voranzutreiben. Der Erfolg wird in hohem Maße von der Bereitschaft abhängen, sich impfen zu lassen und die Bedeutung der Impfstoffe ernst zu nehmen. Die WHO setzt sich nachhaltig dafür ein, dass langfristig 95 Prozent der Bevölkerung gegen Masern und Röteln geschützt sind.