Menschen, die als Waren gehandelt werden, eiserne Käfige als Strafe, abgetrennte Finger und sogar Menschenopfer. Diese grausamen Details, die während der Verhöre einiger der berüchtigsten Verbrechermagnaten Asiens ans Licht kamen, offenbaren den Schrecken des Lebens in den vielen Betrugsfabriken, die Myanmars zerklüftete und gesetzlose Grenze zu China prägen.

Das kriminelle Imperium der Kokang

Die Verdächtigen sollen angebliche Mitglieder mächtiger Verbrecherfamilien gewesen sein, deren politische Verbindungen, Reichtum und private Armeen in Tausenderstärke es ihnen ermöglichten, multinationale Imperien aufzubauen, die durch illegales Glücksspiel, Telekommunikationsbetrug, Drogenproduktion, Prostitution und andere illegale Aktivitäten gedeihen konnten.

Das Geständnis und die Reaktionen

Die Verdächtigen sitzen jetzt in chinesischen Gefängnissen, viele von ihnen auf der Todesliste. Ihre Geständnisse wurden durch Fernseher in ganz China ausgestrahlt, und ihre vermeintlichen Verbrechen in langen Ermittlungen von staatlichen Medien detailliert.

„Hätte ich irgendein Gefühl haben sollen?“, fragte ein Verdächtiger während seiner Befragung über sein angebliches Töten eines Mannes in einem Opferritual. „War das nicht ein lebender Mensch, ein echter Mensch?“, stellte der Beamte in einem Video in Frage, das im Oktober von dem staatlichen chinesischen Sender CCTV ausgestrahlt wurde.

Grauenhafte Bedingungen und Menschenrechtsverletzungen

Die Berichte aus China beschreiben eine grausame Welt aus Geld, Macht und Kontrolle. „Feuert alle Kugeln ab“, hatte Chen seinen Handlangern befohlen, nachdem er angeblich angewiesen hatte, einen Handlanger eines rivalisierenden Geldgebers auszuführen. Chinesische Polizisten berichteten, dass die Überreste des Mannes in Eisenketten und dicken Seilen gebunden und mit sieben Schüssen im Kopf aufgefunden wurden.

Die Komplexität des Verbrechens und der Rückschlag

Die Komplexität hinter dem Aufstieg und dem eventualen Fall der Kokang-Verbrecherfamilien ist jedoch vielschichtiger und finsterer. Es ist eine Geschichte von Betrug, Rache und den sich verändernden politischen Verhältnissen in einem von Bürgerkrieg und Instabilität durchdrungenen Land.

Die Entwicklung des Kokang-Imperiums

Für viele verarmte Bauern im Shan-Staat von Myanmar war der Anbau von Opiumblumen lange Zeit eine Lebensader. Diese Region, weit entfernt von den Machtzentren des Landes wie Yangon, Mandalay oder der militärisch erbauten Hauptstadt Naypyidaw, ist Teil des Goldenen Dreiecks, das seit Jahrzehnten ein Zentrum für Drogenproduktion, illegales Glücksspiel und Menschenhandel ist.

Lakkaing, die Stadt im German-Region, wurde zum Glanzstück einer kriminellen Industrie und entwickelte sich durch die Aktivitäten der mächtigen Clans – bekannt als die „vier Familien“ – zu einem blühenden Glücksspielort. Diese Clans betreiben eine Vielzahl von Betrugsoperationen, bei denen Menschen aus der ganzen Welt in die eigene Maschinerie verwickelt werden.

Die Folgen des Crackdowns

China hat im Laufe des letzten Jahres enorme Schritte unternommen, um kriminelle Netzwerke zu zerschlagen und viele Verdächtige an die Behörden zu übergeben. Es wird erwartet, dass etwa 65 Personen, die mit diesen kriminellen Familien verbunden sind, verhaftet und an die chinesischen Behörden übergeben werden.

Der Druck auf die zahlreichen kriminellen Netzwerke bleibt bestehen. Die Clanmitglieder sehen sich einer zunehmenden Strafverfolgung und internationalen Aufmerksamkeit gegenüber; die Zustände, unter denen die Opfer leben mussten, rufen auch international Entsetzen hervor und verschärfen die Lösungen, die für diese Systeme gefunden werden müssen.

Die Herausforderungen für die Zukunft

Während sich die globale Situation in Bezug auf diese kriminellen Netzwerke weiterentwickelt, sind die Herausforderungen für die Regierungen, sowohl innerhalb als auch außerhalb Chinas, enorm. Beijings strategische Priorität bleibt der Erhalt der militärischen Kontrolle über Myanmar, während die Bekämpfung krimineller Aktivitäten weiterhin im Vordergrund steht.

Der Kampf gegen grenzüberschreitende Kriminalität erfordert besonnene Strategien und die Bereitschaft, langfristig zu investieren, um die von diesen Syndikaten verursachten Herausforderungen anzugehen und die Situation der vielen Opfer zu verbessern.

CNNs Joyce Jiang hat zur Berichterstattung beigetragen.