
CNN — Während Alex Ovechkin sich dem vermeintlich unantastbaren Rekord von Wayne Gretzky – 894 Tore – in der NHL nähert, werfen wir einen Blick darauf, wie dieser außergewöhnliche Flügelspieler in die National Hockey League kam.
Die Anfänge von Ovechkin
Ovechkin wurde am 17. September 1985 geboren, zwei Tage nach der Frist, um sich für den Draft 2003 zu qualifizieren. Wie begehrt war der damals 17-jährige Spieler vom Moskauer Dynamo? So begehrt, dass die Florida Panthers mehrmals im Laufe des Drafts versuchten, ihn in den letzten Runden zu wählen, ein Jahr bevor er überhaupt für den Draft berechtigt war. Sie behaupteten, dass Ovechkin aufgrund von Schaltjahren alt genug sei, um 2003 ausgewählt zu werden.
Ein unerwarteter Draft
Natürlich funktionierte das nicht. Aber es sorgte für einige großartige Geschichten unter den Teamexecutives und Scouts, die am Ende des Drafts am Flughafen von Nashville anstanden. Man kann dem damaligen GM Rick Dudley und den Florida Panthers nicht vorwerfen, dass sie es versucht haben, und ihre Einschätzung des Talents des jungen Russen kann nicht in Frage gestellt werden.
Mit den damaligen NHL-Draft-Regeln wurde Ovechkin schließlich 2004 als erster Gesamtpick von den Washington Capitals gedraftet. Und alles begann mit einem Telefonanruf.
Die Vorbereitungen auf den Lockout
Der NHL-Draft war zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu einer national übertragenen Veranstaltung geworden, und so erfuhr der damalige Capitals-Generaldirektor (und jetzt Präsident der Hockey-Operationen der Vegas Golden Knights) George McPhee, dass Washington die Draft-Lotterie 2004 gewonnen hatte, obwohl die Chancen nur auf den dritten Platz standen.
In den folgenden Wochen drehten sich die Gespräche im Büro der Capitals um zwei in Russland geborene Spieler, die zu den talentiertesten Stürmern der NHL-Geschichte werden sollten: Flügelspieler Alex Ovechkin und Center Evgeny Malkin. Die Wahl viel auf Ovechkin, dessen Kombination aus Torinstinkt, Skating-Fähigkeit, körperlicher Präsenz und unermüdlichem Kampfgeist die Franchise und das Interesse der Fans in D.C. belebte.
Die Herausforderungen der NHL
Aber es war nicht alles glatt für die Capitals und die Ära Ovechkin – zumindest nicht zu Beginn. Tatsächlich gab es keinen Beginn, zumindest nicht im Jahr, in dem der in Moskau geborene Flügelspieler gedraftet wurde. Die NHL pausierte die gesamte Saison 2004-05 aufgrund eines Arbeitsstreits, sodass der damals 19-Jährige in Russland blieb und eine vierte Saison mit dem Moskauer Dynamo spielte. Die Fans der Capitals mussten geduldig sein, und das Management musste schnell handeln.
Ich kenne George McPhee seit über 20 Jahren, und er erzählte mir einmal, wie wenig Zeit die Capitals hatten, um Ovechkin zu sichern, als der NHL-Lockout 2005 endete: drei Tage. Und nicht nur die Zeit spielte eine Rolle, auch die Zurückhaltung von Ovechkins Eltern, die es bevorzugten, dass ihr Sohn in Russland bleibt, machte die Diskussion komplizierter.
Ovechkins Durchbruch in der NHL
Doch es war Ovechkins Wunsch, in der NHL zu spielen, der letztendlich siegte, und so kam er im August 2005 in D.C. an. Zunächst bezog er ein Hotelzimmer, zog dann aber für die ersten Wochen seiner Karriere bei den Capitals zu McPhee und dessen Familie ein. Endlich hatte die Ovechkin-Ära begonnen.
Die Wartezeit hatte sich gelohnt: Im Alter von 20 Jahren erzielte er 52 Tore in seiner ersten Saison und wurde mit dem Calder Trophy als NHL-Rookie des Jahres ausgezeichnet. Wer landete in jener Saison auf dem zweiten Platz? Ein Junge aus Nova Scotia namens Sidney Crosby, der ironischerweise der langjährige Teamkollege von Evgeny Malkin war.
Eine beeindruckende Karriere
Fast zwanzig Saisons später steht der Junge, der einmal zu seinem GM McPhee sagte: „Die russische Maschine bricht nie“, kurz davor, einen der ikonischsten Rekorde der NHL-Geschichte zu brechen. Der „Gr8“ steht kurz davor, den Great One zu übertreffen.
Im Laufe seiner Karriere hat Ovechkin neun Saisons mit 50+ Toren erzielt, darunter 65 Tore in der Saison 2007-08. Er wurde 12-mal zum All-Star gewählt, dreimal zum MVP der Liga ernannt und 2017 als einer der 100 besten NHL-Spieler aller Zeiten ausgezeichnet. Ein Jahr später feierte er mit seinen Capitals den ersten Stanley Cup, als sie die unglaublich erfolgreichen Vegas Golden Knights in fünf Spielen besiegten. Der GM von Vegas in dieser denkwürdigen Saison war keiner anderer als McPhee.
Der Blick in die Zukunft
Ovi setzte sich mit @Tarik_ElBashir zusammen, um über die „Gr8-Chase“ zu sprechen und seine Zusammenarbeit mit der V Foundation, bei der für jedes von ihm erzielte Tor in der finalen Phase bis zu Gretzkys Rekord Spenden gesammelt werden. pic.twitter.com/LUjmnmAal6 — NHLonTNT (@NHL_On_TNT) 6. März 2025
Ein Vermächtnis wird geschaffen
Wenn alles gesagt und getan ist – egal wie viele Tore Ovechkin noch erzielen wird – und man schließlich ein Denkmal zu seinen Ehren in D.C. errichtet, wird die Darstellung von Ovechkin sicherlich in jener legendären Pose sein, in der er an der oberen linken Ecke im Powerplay der Capitals campiert, symbolisch nach dem Pass ruft und bereit ist, einen explosiven Schuss an einem imaginären und hilflosen Torwart vorbeizuschicken.
McPhee konnte zahlreiche dieser Tore in Echtzeit miterleben, und Jahre nach Ovechkins Karriere bei den Capitals fragte ich McPhee, was ihm am meisten auffiel, wenn er seinen russischen Superstar so regelmäßig beobachtete. Er sagte, Ovechkin „lasse das Tore schießen einfach aussehen“ und fügte schnell hinzu: „Das ist es nicht.“ Er erwähnte außerdem, dass Ovi „eine der besten Dinge ist, die der NHL jemals passiert sind.“
Und wenn Ovechkin sich schließlich zurückzieht, was würde McPhee dem dynamischen Russen über diesen schicksalhaften Drafttag im Juni 2004 sagen? Er antwortete trocken: „Es war eine sehr gute Wahl.“
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