Die Olympischen Winterspiele 2026 in Milano/Cortina rücken näher und die Athleten intensivieren ihre Vorbereitungen. Die steirische Skirennläuferin Cornelia Hütter blickt auf ihre vergangenen Erlebnisse zurück und teilt ihre aktuellen Erwartungen an die Spiele. In den Jahren 2014, 2018 und 2022 sammelte sie wertvolle Erfahrungen, die ihr in diesem Jahr helfen sollen. Die Erinnerungen an ihre ersten Spiele in Sotschi, wo sie sich verloren fühlte, geben ihr nun die Kraft, optimistisch in die neuen Wettkämpfe zu starten. „Ich habe die Abläufe in Cortina und an der Tofana verinnerlicht, was mir Stress erspart“, so Hütter. Es ist ihr wichtig, Gelassenheit zu bewahren und sich auf die Abfahrten zu konzentrieren, auch wenn sie am Start nervöser sein wird als bei Weltcup-Rennen. Ihre bisherige Karriere beschreibt sie selbst als „Überraschungsei“ und betont, dass sie keine Gewissheit hat, nach einem Sieg bei einem Rennen automatisch auch Olympiagold zu gewinnen.

Im Gegensatz zu Hütter nutzt die US-amerikanische Rodelsportlerin Ashley Farquharson sportpsychologische Techniken in ihrer Vorbereitung. Farquharson hat sich in den letzten Wochen intensiv auf die Olympiabahn in Cortina vorbereitet und Trainingslager in verschiedenen europäischen Städten absolviert. Nach einer Saison voller Höhen und Tiefen, in der sie sowohl 20. als auch 15. Plätze erreichen konnte, strebt sie eine linearere Wettkampfkarriere an. Unterstützung erhält sie dabei von ihrem Team und dem Sportpsychologen Jim Doorley, der ihr hilft, mentale Klarheit und Fokus zu entwickeln. Farquharson hat ein Skript zur mentalen Vorbereitung erstellt, um Renntage effektiv zu visualisieren.

Mentale Stärke im Sport

Die Bedeutung der mentalen und emotionalen Vorbereitung für Spitzensportler wird zunehmend anerkannt. Laut Ben Göller, einem Sportpsychologen, ist der Fokus auf den gegenwärtigen Moment entscheidend für die Leistungsfähigkeit. Viele Athleten, darunter auch Hütter und Farquharson, arbeiten daran, mentale Klarheit zu erlangen und ihre Reflexionsfähigkeiten zu verbessern. Fragen wie „Wie klar ist mir gerade, was ich tue?“ helfen Sportlern, ihre Gedanken zu ordnen und sich bestmöglich auf ihre Wettkämpfe vorzubereiten.

Hütter und Farquharson sind sich einig, dass trotz der Herausforderung, die Olympischen Spiele mit sich bringen, die gesammelten Erfahrungen und erlernten Fähigkeiten entscheidend sein werden für den Wettkampf. Farquharson sieht die kommenden Spiele in Milano/Cortina als Chance, ihre Entwicklung zu zeigen und ihre mentale Stärke zu demonstrieren. Hütter hingegen hat noch eine offene Rechnung bei der Abfahrt in Cortina, wo sie in der Vergangenheit noch kein Podest erreicht hat. Sie erwartet, dass ihr die gesammelten Erfahrungen aus den letzten Jahren helfen werden, den Druck der Olympischen Spiele zu bewältigen und erfolgreich zu sein.

Mit einem klaren Fokus auf ihre jeweiligen Ziele gehen beide Athletinnen in die entscheidenden Tage des sportlichen Wettkampfs. Während Hütter auf Gelassenheit setzt, versucht Farquharson, mit mentaler Vorbereitung und visuellen Übungen ihre Leistung zu stabilisieren. Das Potenzial, das in dieser Kombination aus körperlicher und mentaler Vorbereitung liegt, wird bei den bevorstehenden Wettkämpfen in Cortina eine entscheidende Rolle spielen.