Die Olympiasiegerin im Snowboarden, Anna Gasser, steht vor einem bemerkenswerten Comeback. Nach einer sechsmonatigen Zwangspause wird sie nächste Woche wieder auf Schnee trainieren. Gasser, die sich im Juli bei einem Surfunfall eine Schulterluxation zugezogen hat, betont die Herausforderung, auf Sprünge verzichten zu müssen, während sie sich auf die bevorstehenden Olympischen Spiele vorbereitet. In der jüngsten Vergangenheit musste sie außerdem aufgrund einer Sprunggelenkszerrung die Vorsaison im April beenden, was zu der längsten schneefreien Phase ihrer Karriere führte. Jetzt hofft sie, bis zu den Winterspielen topfit zu sein und plant, einen 14er – einen Trick mit vier Drehungen – zu lernen, um ihre Chancen auf eine Medaille zu erhöhen, wie Laola1 berichtet.
Gasser hat in den letzten drei Monaten intensiv an ihrer Rückkehr gearbeitet. Trotz der Herausforderungen erkennt sie die Bedeutung ihrer Schulter für den Sport und hebt die mentale Komponente hervor, die eine entscheidende Rolle im Training spielt. In Anbetracht ihrer Situation hat sie den 14er bereits auf einem Airbag gut trainiert, konnte ihn jedoch wegen ihrer Verletzung nicht auf Schnee testen. Gasser hat das Gefühl, wieder zur Spitze aufgeschlossen zu haben, und spürt den Respekt ihrer jüngeren Konkurrentinnen, die jedoch einen Vorsprung von zwei Monaten haben.
Operation und Rehabilitation
Gasser musste sich einer Operation unterziehen, nachdem ein Labrumriss und eine Verletzung der Bizepssehne festgestellt wurden. Diese medizinischen Eingriffe fanden kürzlich in München, Deutschland, statt, wie Olympics.com berichtet. Die Athletin erklärte, dass ihre Schulter nach der Dislokation kurzzeitig instabil war, jedoch durch die Operation stabilisiert werden konnte. Trotz der Rückschläge ist sie entschlossen, sich auf die Weltcup-Wettbewerbe und die Olympischen Spiele in Italien vorzubereiten, wo sie hofft, ihren Titel zu verteidigen.
Ursprünglich hatte sie geplant, ihr Schneetraining im Sommer in Australien zu absolvieren, doch nun richtet sich ihr Fokus auf die Trainingsmöglichkeiten in Europa. Gasser hat zudem angekündigt, nach den Olympischen Spielen zurücktreten zu wollen. Das Frauen-Big-Air-Finale ist für den Abend des 9. Februar 2026 angesetzt, und das Team um Gasser verfolgt strenge Protokolle, um die Sicherheit der Athleten zu gewährleisten.
Verletzungsrisiken im Wintersport
Die Herausforderungen im Wintersport sind beträchtlich. Studien, die bei den Olympischen Winterspielen durchgeführt wurden, zeigen, dass insbesondere Sportarten wie Snowboarden als verletzungsanfällig eingestuft werden. So untersuchten unter anderem Engebretsen et al. (2010) die Verletzungen während der Olympischen Winterspiele 2010, während Soligard et al. (2015) und (2019) ähnliche Analysen für die Spiele 2014 in Sotschi und 2018 in PyeongChang durchführten. Diese Forschungen haben gezeigt, dass Verletzungen bei über 2914 Athleten aus 92 Ländern dokumentiert wurden, wie in der Publikation des British Journal of Sports Medicine festgehalten.
Angesichts ihrer Verletzungsgeschichte und der intensiven Vorbereitungen gilt Gasser als ein Beispiel für Durchhaltevermögen und Engagement im Leistungssport. Ihr Ziel, an der Spitze zu bleiben und ihre Technik zur Absicherung einer Olympiamedaille zu perfektionieren, ist ein Beweis für ihren unermüdlichen Einsatz und die Herausforderungen, denen Athleten im Wintersport ausgesetzt sind.



