Heute blickt die österreichische Modedesignerin Lena Hoschek auf zwei Jahrzehnte ihrer Karriere zurück. Wie sie in einem Interview mit 5min berichtet, ist ihr Werdegang alles andere als geradlinig. Stattdessen beschreibt sie ihn als mit vielen Höhen, Umwegen und Rückschlägen gespickt. „Meine ersten Entwürfe basierten auf Intuition“, berichtet Hoschek über die Anfänge ihrer Laufbahn, die ohne Businessplan oder Strategie begonnen hat.

Ein entscheidender Meilenstein war die Eröffnung ihres ersten Atelier-Shops in Graz, der das Fundament für ihre Marke legte. Von dort aus expandierte sie mit weiteren Standorten in Wien, Kitzbühel und Berlin. Auch auf internationalen Laufstegshows, wie der Berlin Fashion Week, stellte sie ihre Kreationen vor. Zu den besonderen Momenten ihrer Karriere zählen sicher die Auftritte von Königin Máxima und Schauspielerin Sarah Jessica Parker in ihren Designs.

Herausforderungen und Erfolge

Die letzten Jahre hat Hoschek als die größte unternehmerische Herausforderung beschrieben, insbesondere nachdem ihr Unternehmen 2024 Insolvenz anmelden musste. Im Jahr 2025 wurde jedoch ein Sanierungsplan akzeptiert, um die Marke wieder auf Kurs zu bringen. In einem Podcast thematisiert sie die Herausforderungen der Modebranche, einschließlich Zeitdruck und unzureichenden Produktionsbedingungen, sowie den Ideenklau durch Fast-Fashion-Ketten. Ihre eigene Marke, die mittlerweile 65 Mitarbeitende beschäftigt, hat mehrfach Auszeichnungen erhalten, darunter den Vienna Fashion Award.

Obwohl die Modebranche im Wandel ist und immer schneller und austauschbarer wird, sieht Hoschek Konsumenten, die bewusster einkaufen wollen. Dies stellt eine rechtzeitige Antwort auf die zunehmende Besorgnis um Ressourcenknappheit in der Textilindustrie dar. Der Fokus auf Nachhaltigkeit wird auch von der EU stark gefordert, die bis 2050 eine klimaneutrale Industrie anstrebt, wie in einem Strategiepapier der Europäischen Kommission zu den „Sustainable Development Goals“ festgehalten wird, wie EY berichtet.

Der Weg in die Zukunft

Hoschek findet Inspiration im traditionellen Handwerk, insbesondere in Trachten, und glaubt fest an Kollektionen mit eigener Handschrift, die auch über Jahre Bestand haben. „Harte Arbeit und Vertrauen“ sind für sie die Schlüssel zu einem erfolgreichen Wiederaufbau ihrer Marke. Ihren Rat an junge Designerinnen formuliert sie klar: Geduld, Eigenständigkeit und der Glaube an die eigene Handschrift sind essenziell.

Mit einem zuversichtlichen Blick in die Zukunft plant Hoschek bereits ihre kommende Kollektion „Riviera“ für das Jahr 2026. Diese Kollektion soll für Leichtigkeit, klare Linien und ehrliche Materialien stehen.