Am 21. November 2025 feierte die Tischlerei Fürst in der Kulturwerkstatt Melk ihr beeindruckendes 150-jähriges Jubiläum. Unter den zahlreichen Gästen befand sich die Landeshauptfrau von Niederösterreich, Johanna Mikl-Leitner, die in ihrer Festrede die essentielle Rolle von Unternehmen wie der Tischlerei Fürst für die regionale Wertschöpfung und den Wohlstand hervorhob. Sie betonte, wie wichtig Innovation und Transformation für die langfristige Gesundheit solcher Betriebe sind. In diesem Kontext erwähnte sie auch die strategische Verlegung des Unternehmensstandorts von Melk nach Golling an der Erlauf sowie die Schaffung eines multifunktionalen europäischen Bauhausquartiers zur Revitalisierung der Bestandsflächen.
Die Tischlerei Fürst, die seit 150 Jahren auf Holz, Handwerk und Präzision spezialisiert ist, legt großen Wert auf ein familiäres Arbeitsumfeld. Geschäftsführerin Martina Fürst sprach während der Feierlichkeiten über die wichtige Rolle der Frauen im Unternehmen und die kollektive Entwicklung, während Geschäftsführer Lukas Fürst die Bedeutung von Vertrauen und Zusammenarbeit innerhalb des Teams hervorhob. Der technische Geschäftsführer Alois Sterkl erklärte, dass es ihre Mission sei, Tradition und Handwerk in die Zukunft zu führen.
Innovative Ansätze und kulturelles Engagement
Ein Highlight der Jubiläumsfeier war eine Keynote von Matthias Strolz, der das Thema „Zusammen wachsen“ aufgriff und an einer Podiumsdiskussion teilnahm. Weitere Diskussionspartner waren Christiane Winsperger und Andrea Gartenmaier. Das Unternehmen hat über die Jahre mehr als 400 junge Talente ausgebildet und investiert jährlich in die Ausbildung von 2 bis 4 Nachwuchskräften. Diese Maßnahmen gewährleisten nicht nur hohe Qualität, sondern stärken auch das Vertrauen der Mitarbeiter. Tatsächlich haben 70 % der Führungskräfte ihre Karriere mit einer Lehre in der Tischlerei Fürst begonnen, was die tief verwurzelte Tradition der Qualität und Handwerkskunst im Unternehmen widerspiegelt.
Die Tischlerei kombiniert moderne Maschinen für Präzision und Effizienz mit dem handwerklichen Können erfahrener TischlerInnen. Diese Fusion von Hightech und traditionellen Tischlermethoden fördert nicht nur ökonomische Nachhaltigkeit, sondern auch ressourcenschonende Fertigungsprozesse. Interessanterweise wird 100 % der Abfälle zur Beheizung genutzt und ein Teil des Strombedarfs wird durch eine Photovoltaikanlage gedeckt.
Traditionelles Handwerk im Wandel
Die Historie der Tischlerei zeigt, wie sich das Handwerk über Jahrhunderte entwickelt hat, von frühen Möbelbauformen bis zu kunstvollen Möbelstücken des 18. Jahrhunderts. Traditionelle Techniken wie der Zinkenstoß, der stabile Verbindungen ohne Nägel oder Schrauben ermöglicht, sind nicht nur eine Frage der Ästhetik, sondern erfordern auch hohe Präzision und Materialverständnis. Historische Handwerker benötigten oft Monate, um kunstvolle Intarsien zu vollenden, was die außergewöhnliche Komplexität und den Zeitaufwand für solche Meisterwerke verdeutlicht. Selbst in der modernen Tischlerei finden diese traditionellen Verfahren Anwendung, insbesondere in der Restaurierung und im hochqualitativen Möbelbau.
Mit einem starken Fokus auf Innovation und Tradition bleibt die Tischlerei Fürst ein herausragendes Beispiel für exzellente Handwerkskunst und die kulturelle Bereicherung der Region. Die Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen sind nicht nur ein Rückblick auf die Erfolge der Vergangenheit, sondern auch ein Ausblick auf die vielversprechende Zukunft des Unternehmens.