Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit sieht sich zurzeit einem erheblichen Druck ausgesetzt, nachdem neue Dokumente ihren Kontakt zu Jeffrey Epstein offenbaren. Epstein, ein verurteilter Sexualstraftäter, wird mit schwerwiegenden Vorwürfen assoziiert. Diese Verbindungen haben bereits zu einer Trennung des Rat für psychische Gesundheit von Mette-Marit geführt, die für 2026 keine gemeinsamen Veranstaltungen mit ihr plant. Generalsekretärin Tove Gundersen erklärte, dass es besser sei, Mette-Marit in dieser kritischen Situation Raum zu geben, ohne sie weiter zu belasten.

Mette-Marit gab kürzlich an, ihre Bekanntschaft mit Epstein als „einfach peinlich“ zu empfinden und dafür öffentlich um Entschuldigung zu bitten. Sie bedauert, nicht früher erkannt zu haben, wer Epstein wirklich war. Im Februar 2023 verlor sie zudem ihr Patronat bei der Sex and Society Foundation nach der Veröffentlichung weiterer Dokumente, die ihre Verbindung zu Epstein belegen.

Gerichtsprozess gegen ihren Sohn

Der Druck auf Mette-Marit wird durch den Gerichtsprozess gegen ihren Sohn Marius Borg Høiby weiter verstärkt. Dieser begann am 3. Februar 2026 in Oslo und wirft Høiby Vergewaltigung in vier Fällen sowie weiteren schweren Delikten vor, darunter häusliche Gewalt und sexueller Missbrauch mehrerer Frauen. Høiby wies die schwersten Vorwürfe zurück, erklärte jedoch im Gericht, dass es eine Bürde für ihn sei, nur als Sohn seiner Mutter bekannt zu sein.

Die Vorwürfe gegen Høiby haben zu internationalem Medieninteresse geführt, da es das erste Mal ist, dass ein Mitglied der norwegischen Königsfamilie vor Gericht steht. Obwohl er nie offiziell Teil des Königshauses war, hat das Verfahren gravierende Auswirkungen auf das Ansehen der Monarchie. König Harald von Norwegen genießt zwar hohe Zustimmungswerte, doch aktuell hält ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung Mette-Marit für ungeeignet als Königin.

Die Reaktionen des Königshauses

Das norwegische Königshaus hat in dieser Angelegenheit bisher nur begrenzt Stellung bezogen. Mette-Marit und Kronprinz Haakon haben den Prozess nicht besucht und betonen, dass die Justiz entscheiden soll. Dies geschieht indes unter dem wachsenden Druck von Ministerpräsident Jonas Gahr Støre, der von Mette-Marit fordert, ihr Verhältnis zu Epstein umfassend zu erklären.

Die neue Entwicklung in der Epstein-Affäre hat auch andere Persönlichkeiten in den Fokus gerückt, darunter den ehemaligen norwegischen Ministerpräsidenten Thorbjørn Jagland und die Diplomatin Mona Juul. Der Eindruck, dass Mette-Marit nicht ausreichend versuchte, Epsteins Hintergrund zu prüfen, weckt Misstrauen und fordert das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Monarchie heraus.

Der Prozess gegen Marius Borg Høiby könnte bis Mitte März andauern. Ihm drohen bis zu 16 Jahre Haft, falls sich die Vorwürfe bestätigen. Die Situation wird als „sehr fordernd“ beschrieben, und sowohl Mette-Marit als auch das Königshaus stehen vor einer schwierigen Periode voller Herausforderungen.