Am 3. Februar 2026 stellte der Fotograf, Dokumentarfilmer und Autor Attila Molnár der Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner sein Buch „GBS – Der Weg der Möglichkeiten“ vor. In diesem Werk thematisiert Molnár seine persönlichen Erfahrungen mit dem Guillain-Barré-Syndrom (GBS), einer seltenen neurologischen Erkrankung, die ihn 2020 innerhalb weniger Tage vollständig lähmte. Mikl-Leitner betonte bei der Präsentation des Buches die Wichtigkeit der darin enthaltenen Botschaften über die Zerbrechlichkeit der Gesundheit und die Unterstützung in schwierigen Zeiten. Molnár gewährt Einblicke in seinen Leidensweg, beleuchtet Themen wie Angst und Vertrauen sowie einen veränderten Blick auf das Leben im Angesicht seiner Erkrankung.
Das Guillain-Barré-Syndrom ist ein medizinischer Notfall, der eine konstante Überwachung und Unterstützung der Vitalfunktionen erfordert. Bei der Erkrankung handelt es sich um akute, aufsteigende Schwächen in den Extremitäten, die mehrere Ursachen haben können. Typische Zeichen sind aufsteigende symmetrische Paresen in Verbindung mit Areflexie sowie milder sensorischer Beeinträchtigung. Gemäß den Informationen von DocCheck kann die Verdachtsdiagnose durch eine Anamnese zur vorausgehenden Infektionskrankheit unterstützt werden, und ergänzende Untersuchungen wie Liquoruntersuchungen und Neurophysiologische Diagnostik helfen bei der Bestätigung der Erkrankung.
Klinische Merkmale und Diagnosetools
Zu den diagnostischen Kriterien für GBS gehört eine fortgeschrittene Schwäche mehrerer Extremitäten über maximal vier Wochen sowie der Verlust von distalen Muskeleigenreflexen. Unterstützende Kriterien sind unter anderem eine relative Symmetrie der Paresen, milde sensorische Symptome und eine Erfolgsaussicht auf Erholung nach einer Plateauphase, die in der Regel ein bis vier Wochen dauert. Laut MSD-Manual ist die zytoalbuminäre Dissoziation im Liquor ein typischer Befund für GBS.
Ein besonders alarmierendes Zeichen ist die Unfähigkeit, den Kopf durch Nackenbeugung vom Kissen abzuheben, was auf eine mögliche Zwerchfelllähmung hinweisen kann. Die Behandlung des GBS kann invasive Maßnahmen wie endotracheale Intubation erfordern, falls die forcierte Vitalkapazität unter 15 ml/kg fällt. Hochrangige therapeutische Strategien beinhalten die frühzeitige Verabreichung von intravenösen Immunglobulinen (IVIG) und gegebenenfalls Plasmaaustausch, wenn IVIG nicht wirksam ist. Diese Maßnahmen haben gezeigt, dass sie den Verlauf der Krankheit verkürzen und das Risiko von bleibenden Lähmungen senken können.
Wichtige therapeutische Maßnahmen
Zu den unterstützenden Maßnahmen gehört auch die Vermeidung von Immobilisierung, um Ankylose und Kontrakturen zu verhindern, während das passive Durchbewegen aller Gelenke möglichst schnell erfolgen sollte. Die Patienten benötigen häufig auch intravenöse Flüssigkeiten, um den Flüssigkeitsbedarf aufrechtzuerhalten. Weiterhin kommt eine Wärmebehandlung zum Einsatz, um Schmerzen zu lindern und die Möglichkeit einer frühen physiotherapeutischen Behandlung zu ermöglichen. Kurz gesagt, GBS ist eine komplexe Erkrankung, die sowohl medizinisches Fachwissen als auch großzügige Unterstützung und Mitgefühl erfordert, wie es auch Attila Molnár in seinem Buch darstellt und welches Mikl-Leitner in ihrer Ansprache hervorhob.