Nach der jüngsten Schulattacke wird deutlich, dass verschiedene Bundesländer unterschiedliche Konzepte zur Gewährleistung der Sicherheit an Schulen entwickeln. Laut Kleine Zeitung sind die Grundsätze klar: Alle Handlungen, die Leben oder Gesundheit gefährden, sind zu vermeiden. Bei Bedrohungen müssen die Schulleitungen umgehend informiert und die Polizei verständigt werden. Dabei spielen die Situation der möglichen Opfer sowie die Art der Bedrohung eine entscheidende Rolle.
Die Schulleitungen sind gefordert, individuelle Krisenpläne zu entwickeln, die unter anderem spezifische Codewörter für unterschiedliche Lagen beinhalten. Diese Codewörter sollen effizient und ohne Panik zu erzeugen kommuniziert werden, beispielsweise per Lautsprecherdurchsage. Des Weiteren ist es wichtig, die intern festgelegten Evakuierungsorte und die Mitglieder des Krisenteams klar zu kommunizieren.
Krisenmanagement an Schulen
Ein zentraler Aspekt der Krisenbewältigung an Schulen besteht darin, dass die Klassenzimmer im Falle einer Bedrohung nicht verlassen und abgesperrt werden sollen. Schulen sind angehalten, Tische umzustellen, sich dahinter flachliegend zu verbarrikadieren und Fensterglasflächen zu meiden. Handys sollten ausgeschaltet werden, um die Kommunikation mit der eintreffenden Polizei nicht zu stören. Die Entwarnung erfolgt nach Rücksprache mit der Polizei, während die Bildungsdirektion für die weitere Kommunikation verantwortlich ist.
In Berlin verlangt das Schulgesetz (§ 74a) von den Schulleitungen die Einrichtung eines Krisenteams, das für die Gewalt- und Krisenprävention sowie die Nachsorge nach Vorfällen zuständig ist. Dies umfasst die Entwicklung von Konzepten sowie die Steuerung entsprechender Maßnahmen, um eine umfassende Vorsorge zu gewährleisten. Soziale Interaktionen und ein guter Kontakt zur Eltern- und Schülerschaft sind ebenfalls entscheidend für die Prävention von Gewaltsituationen.
Zusammensetzung und Aufgaben des Krisenteams
Das Krisenteam besteht aus 5 bis 8 Mitgliedern, abhängig von der Größe der Schule, und wird von einem Mitglied der Schulleitung geleitet. Die Auswahl der Teammitglieder basiert auf persönlichem Interesse, Motivation und Belastbarkeit. Darüber hinaus stellt eine vielfältige Vertretung unterschiedlicher Professionen an der Schule sicher, dass verschiedene Perspektiven in die Krisenbewältigung einfließen.
Das Krisenteam trifft sich regelmäßig, um Maßnahmen zu planen und die Handlungsfähigkeit für Notfälle zu prüfen. Bei akuten Notfällen wird es kurzfristig einberufen, um die Schulleitung beim Krisenmanagement zu unterstützen und die Situation gemeinsam zu bewältigen. In diesem Prozess können auch Schulpsychologen der SIBUZ Unterstützung bieten und Fortbildungen zur Förderung der Handlungskompetenz durchführen. Der gesamte Rahmen der Maßnahmen zeigt deutlich, wie wichtig Prävention, sofortige Reaktion und Nachsorge im Umgang mit Gewaltsituationen sind, und wie Schulen dazu befähigt werden müssen.