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Wissenschaftler haben eine bahnbrechende Methode entwickelt, um die Intelligenz von Fischen in ihrer natürlichen Umgebung zu testen. Angeführt von Forscher Kotrschal von der Universität Wageningen in den Niederlanden, zeigt die neue Apparatur, dass Fische, die aus ihrem Lebensraum entfernt wurden, erhöhte Stresshormonspiegel aufweisen, was ihre Lernfähigkeit negativ beeinflussen kann. Dies könnte darauf hinweisen, dass die Ergebnisse von Laborstudien die kognitive Leistungsfähigkeit von Fischen verzerren, wie Kotrschal in einem Fachartikel erläutert.
Innovative Tests im Wasser
Der Test besteht aus einem innovativen "Futterbrett", auf dem Kunststoffscheiben montiert sind, die den Zugang zu Futter verdecken. Die Fische müssen lernen, diese Scheiben beiseite zu schieben, um an die Belohnungen zu gelangen. Diese Apparatur kann sowohl am Gewässergrund als auch in unterschiedlichen Wassertiefen eingesetzt werden, was sie sehr vielseitig macht. Die Forscher haben bereits positive Ergebnisse mit Neunstachligen Stichlingen und Guppys erzielt. Bei den Stichlingen wurde beobachtet, dass sie Farben unterscheiden konnten, während die Guppys in der Lage waren, selbstständige Fische von ausnutzenden "Schnorren" zu unterscheiden.
Die Ergebnisse sind erstaunlich: Etwa jeder fünfte Guppy konnte die Aufgaben kompetent lösen, indem er die Farbscheiben öffnete, um an Futter zu gelangen. Die Übung zeigte nicht nur, dass Fische durchaus fähig sind zu lernen und zu unterscheiden, sondern auch, dass soziale Verhaltensweisen unter den Arten erkennbar sind. Diese Erkenntnisse aus der Forschung haben das Potenzial, unsere Sichtweise auf die Intelligenz von Fischen grundlegenden Wandel zu unterziehen, da sie deren kognitive Fähigkeiten in ihrem natürlichen Habitat berücksichtigt, anstatt sie lediglich in einem Labor zu testen. Weitere Informationen sind in der detaillierten Studie von besjournals.onlinelibrary.wiley.com nachzulesen.
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