Kupjansk unter Beschuss: Evakuierung auf 40 Dörfer ausgeweitet!
Am 15.10.2025 ordnet die Ukraine die Evakuierung von 40 Dörfern nahe Kupjansk an, während russische Truppen vorrücken.

Kupjansk unter Beschuss: Evakuierung auf 40 Dörfer ausgeweitet!
Die Ukraine hat in Reaktion auf die fortgesetzten Kampfhandlungen in der Nähe der Frontlinie die Evakuierung von weiteren Dörfern angeordnet. Ein Beamter im betroffenen Gebiet teilte mit, dass die Liste der zu evakuierenden Ortschaften auf 40 erweitert wurde. Besonders betroffen ist die Stadt Kupjansk, die seit Ende September für Einheimische und Helfer gesperrt ist, da russische Streitkräfte versuchen, auf die Stadt vorzudringen. Kupjansk gilt als strategisches Ziel im Vorstoß der russischen Truppen durch die Zentral- und Ostukraine, nachdem die Stadt zu Beginn der Invasion im Februar 2022 von russischen Truppen eingenommen und später von ukrainischen Kräften zurückerobert wurde.
Ukrainischer Präsident Wolodymyr Selenskyj betonte die Bedeutung der Verteidigung wichtiger Frontabschnitte, einschließlich Kupjansk. Russische Präsident Wladimir Putin hingegen behauptete, dass seine Streitkräfte an der gesamten Front strategische Vorteile hätten. Der oberste ukrainische Befehlshaber Oleksandr Syrskyj schätzte, dass sich die Frontlinie über mehr als 1.200 Kilometer zieht, was die derzeitige humanitäre Krise weiter verschärft.
Humanitäre Krise und Evakuierungsanträge
In Kupjansk haben sich die Bedingungen in den letzten Monaten dramatisch verschlechtert. Verängstigte Einwohner fliehen auf eigene Faust, etwa die 75-jährige Walentyna, die nach einer Bedrohung durch russische Soldaten in ihrem Garten entschloss, das Gebiet zu verlassen. Die Stadt hat seit Monaten keinen Zugang zu Kommunikationsmitteln, Strom, Wasser oder Gas, und alle Geschäfte sind geschlossen. Walentyna wurde mit Hilfe eines anderen Einwohners ins nahegelegene Dorf Schewtschenkowe und von dort nach Charkiw evakuiert. Die Zahl der Evakuierungsanträge aus dem Bezirk Kupjansk ist seit September angestiegen, mit über 100 Anfragen täglich.
Die humanitäre Lage in der Ukraine bleibt nach drei Jahren des Konflikts verheerend. Schätzungen zufolge sind 12,7 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Besonders betroffen sind Vertriebene, kleine und mittlere Unternehmen sowie der Agrarsektor. Die UNHCR-Berichte sprechen von etwa 4,6 Millionen Binnenvertriebenen in der Ukraine. In dieser kritischen Situation leisten sozialarbeiterische Programme Unterstützung. Aktive Helfer in Charkiw, wie Wiktorija, betreuen die Bewohner von Wohnheimen, die oftmals aus dem Kriegsgebiet flüchten mussten.
Herausforderungen für Vertriebene
Viele Vertriebene sind vor allem Rentner, die sich keine Mietwohnungen leisten können und auf soziale Unterstützung angewiesen sind. Mykola, ein 88-jähriger Mann aus Welyka Schapkiwka, lebte in einem Wohnheim, nachdem er schwer verletzt wurde, als er versuchte, Kleidung aus seinem Dorf zu holen. Sein Wunsch, nach Kupjansk zurückzukehren, verdeutlicht den emotionalen Zustand der Menschen, die gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen.
Inmitten dieser Herausforderungen droht die Aussetzung von USAID-Programmen, was die humanitäre Hilfe im Land erschweren könnte. Laut dem ukrainischen parlamentarischen Ausschuss für humanitäre Hilfe und Informationspolitik hat USAID seit 2022 über 37,6 Milliarden Dollar an humanitärer Hilfe bereitgestellt. Diese Mittel sind entscheidend für die Unterstützung in diesen Krisenzeiten, darunter Soforthilfe, Minenräumung und Gesundheitsfürsorge.
Die dringende Notwendigkeit, die humanitäre Hilfe aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die Menschen in diesen unterschiedlichen Krisensituationen zu unterstützen, bleibt unabdingbar, während sich die Situation in der Ukraine weiter zuspitzt.
Für detaillierte Informationen besuchen Sie bitte die Berichte von Kleine Zeitung, DW und Entwicklung Hilft.