Am 18. Jänner 2026 fand in Mar-a-Lago ein bedeutendes Treffen zwischen dem US-Außenminister Marco Rubio und seinen slowakischen Amtskollegen, Juraj Blanár, sowie dem slowakischen Premierminister Robert Fico statt. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die Situation in der Ukraine und die militärische Unterstützung der USA für Kiew. Die slowakische Regierung hat jedoch ihre Ablehnung für eine solche Hilfe bekräftigt. Nicht nur die Slowakei, sondern auch Ungarn verweigerten bei einem EU-Gipfel die Zusage für zusätzliche Finanzhilfen für die Ukraine, was die Spannungen innerhalb der Europäischen Union verdeutlicht.

Die Treffen in Florida erörterten auch die Bedürfnisse und Herausforderungen der EU, hinsichtlich deren Werte, Wettbewerbsfähigkeit sowie Energie- und Migrationspolitik. Rubio und Fico waren sich einig, dass die EU sich in einer tiefen Krise befindet, während US-Präsident Trump keine Stellungnahme zu diesen Gesprächen abgab. Der weltpolitische Kontext wurde durch Trumps Drohung verstärkt, acht europäischen Staaten im Grönland-Konflikt mit Sonderzöllen zu belegen.

Kooperation im Bereich Kernenergie

Ein weiterer zentraler Punkt der Gespräche war ein bilaterales Abkommen zur Kooperation im Bereich der Kernenergienutzung. Die USA und die Slowakei haben ein Abkommen zur Errichtung eines neuen Kernkraftblocks am Standort Jaslovské Bohunice unterzeichnet. Dieser Standort befindet sich rund 80 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt. Der neue Reaktorblock, geplant mit einer Leistung von nahezu 1.200 Megawatt, wird mehr als das Doppelte der derzeitigen Atomkapazitäten der Slowakei ausmachen. Der Bau wird von dem US-Unternehmen Westinghouse durchgeführt, und die Kosten des Projekts werden auf etwa 15 Milliarden Euro geschätzt. Dieses Abkommen stellt einen bedeutenden Schritt dar, um die Abhängigkeit der Slowakei von russischer Technologie zu verringern.

US-Energieminister Chris Wright hob die Bedeutung des Abkommens für die europäische Energiesicherheit in den nächsten Jahrzehnten hervor. Premierminister Fico wertete das Abkommen als Signal für eine gemeinsame strategische Vision in den Energiefragen und kündigte an, dass der neue Reaktorblock vollständig in Staatsbesitz sein wird und auf den Technologien aus den USA basieren wird.

Innenpolitische Reaktionen und Bedenken

Trotz der positiven Rückmeldungen vonseiten der Regierungsvertreter regt sich in der slowakischen Opposition Widerstand. Die Oppositionspartei Progressive Slowakei (PS) fordert Verhandlungen mit alternativen Lieferanten, während die Bewegung Slovensko, unter der Führung von Igor Matovič, die Wirtschaftlichkeit des neuen Atomkraftwerks anzweifelt. Auch die Kostensteigerungen und das Fehlen eines ordnungsgemäßen Ausschreibungsverfahrens für den Lieferanten werden kritisch betrachtet.

Zusätzlich dazu äußerte die Landeshauptfrau von Niederösterreich, Johanna Mikl-Leitner, Bedenken über den Bau des Atomreaktors nahe der österreichischen Grenze. Die Angst vor einem möglichen Unfall in der Nähe der bestehenden, über 40 Jahre alten Druckwasserreaktoren sowjetischer Bauart wird durch die Proteste von österreichischen Atomkraftgegnern weiter verstärkt.

In Anbetracht dieser Entwicklungen wird deutlich, dass die Neuerungen im Bereich der Kernenergie nicht nur geopolitische Bedeutung haben, sondern auch tiefe gesellschaftliche und politische Auswirkungen in der Slowakei und darüber hinaus mit sich bringen.