Am 20. Jänner 2025 trat Donald Trump sein Amt als 47. Präsident der USA an, dabei steht seine „America First“-Politik zunehmend im Fokus globaler Diskussionen. Trotz eines konfrontativen Ansatzes in Bezug auf den Welthandel zeigt eine aktuelle Umfrage unter 39 internationalen Top-CEOs ein überwiegend pragmatisches Bild hinsichtlich der US-Politik. Laut Leadersnet sehen die Unternehmenslenker, einschließlich österreichischer CEOs, verschiedene Wachstumschancen in den USA, auch wenn geopolitische Spannungen bestehen.
Die Gespräche, die im Rahmen des „Prism Report“ von der Unternehmensberatung Arthur D. Little geführt wurden, verdeutlichen, dass CEOs einen „Wait and See“-Ansatz verfolgen. Trotz kurzfristiger Unsicherheiten, etwa durch drohende Zölle, bleibt der US-Markt ein wichtiges Ziel für Investitionen. Der steigende Energiebedarf und neue Technologien bieten zahlreiche Wachstumsfelder in Bereichen wie NATO-Rüstung, Infrastruktur für Künstliche Intelligenz und Smart Cities.
Protektionismus und Handelskonflikte
Die Trump-Administration treibt eine aggressive Handelspolitik voran, die auch Europa stark betrifft. Im März 2025 könnten Stahl- und Aluminiumzölle gegen die EU eingeführt werden, was die ohnehin angespannte transatlantische Handelsbeziehung weiter belasten würde, wie DGAP erläutert. Heftige Zollmaßnahmen, die Trump gegen Länder wie Kanada, Mexiko und China angekündigt hat, sollen nicht nur wirtschaftliche, sondern auch sicherheitspolitische Ziele der USA verfolgen.
Die EU, die bislang die am stärksten integrierten Handelsbeziehungen mit den USA pflegt, sieht sich auf der Gegenseite ebenfalls gezwungen, zu reagieren. Zölle könnten sich negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit auswirken und langfristig den wirtschaftlichen Wohlstand gefährden, weshalb eine Rückkehr zu gemeinsamen Handelsstandards und Kooperationen sowohl für Unternehmen als auch für Staaten von essenzieller Bedeutung ist.
Chancen in der Unsicherheit
Trotz der Herausforderungen durch Zölle und protektionistische Tendenzen betonen österreichische CEOs wie Andreas Klauser von Palfinger die Innovationskraft der USA. Klaus Mader von der SBO plant Investitionen in zukunftsträchtige Technologien wie Next-Generation-Geothermie. Peter F. Mitterbauer von Miba hebt die enge wirtschaftliche Verflechtung zwischen den USA und der EU hervor und unterstreicht, dass die Kooperation in vielen Bereichen unverzichtbar bleibt.
Darüber hinaus sollte die europäische Industrie die geopolitischen Faktoren berücksichtigen und ihre Strategien anpassen. Irene Lack-Hageneder von der WKO macht auf die langfristige Orientierung österreichischer Unternehmen aufmerksam, die gewillt sind, sich den politischen Rahmenbedingungen anzupassen, um Wettbewerbsvorteile zu sichern.
Blick in die Zukunft
Die Zukunft der transatlantischen Handelsbeziehungen wird maßgeblich von den politischen Entscheidungen der Trump-Administration geprägt. Zölle stellen Herausforderungen dar, können aber auch als Anreiz zur Entwicklung von Diversifizierungsstrategien für Unternehmen dienen, um Risiken zu mindern. Laut Fibu Magazin könnte die Stärkung des transatlantischen Dialogs entscheidend sein, um globale Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen, darunter auch Fragen der Nachhaltigkeit und der digitalen Transformation.
Die Notwendigkeit für Reformen in der WTO und die Förderung von Handelsstandards wird von vielen als der Weg in eine gemeinsame und erfolgreiche Handelszukunft angesehen. Letztlich müssen Unternehmen und Regierungen zusammenarbeiten, um die Auswirkungen von Handelskonflikten zu minimieren und gleichzeitig Wachstumschancen zu nutzen.