Am 18. Jänner 2026 trafen sich der dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen und die grönländische Außenministerin Vivian Motzfeldt mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte in Brüssel. Diese Gespräche standen im Zeichen der anhaltenden Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegenüber Grönland sowie der NATO-Sicherheitsstrategien in der Arktis. Trump hat sein Interesse an der Aneignung Grönlands bekräftigt, das zu Dänemark und damit zur NATO gehört. Dies hat bereits zu Spannungen innerhalb des Bündnisses geführt, die es dringend zu adressieren gilt.
Bei dem Treffen wurde deutlich, dass Trumps geplante Strafzölle gegen Dänemark und sieben weitere NATO-Länder, darunter Deutschland, Frankreich und Großbritannien, zusätzliche Herausforderungen für die Mitgliedstaaten darstellen. Rutte äußerte sich bisher nicht direkt zu Trumps Ansprüchen in Bezug auf Grönland, betonte jedoch die Notwendigkeit einer gemeinsamen Arktis-Strategie.
Wachsende Spannungen in der Arktis
Die Drohungen von Trump haben auch in Europa Besorgnis ausgelöst. Europäische Staaten schlagen vor, die NATO-Präsenz in der Arktis zu erhöhen, um Trumps sicherheitspolitische Argumente zu entkräften. Bundesaußenminister Johann Wadephul hat erklärt, dass die NATO die richtigen Plattformen bietet, um Sicherheitsfragen im Nordatlantik zu besprechen. In Washington wurde er von US-Senator Marco Rubio empfangen, was die diplomatischen Bemühungen zur Deeskalation unterstreicht.
Trump begründet seinen US-Anspruch auf Grönland mit Sicherheitsinteressen gegen Russland und China. Dabei drohte er sogar mit einer gewaltsamen Einnahme der Insel. Laut Wadephul und anderen NATO-Staaten ist jedoch ein Ausbau der militärischen Präsenz in der Region unabdingbar, um solchen Spannungen entgegenzuwirken. Vorschläge wie der Überwachungseinsatz „Arctic Sentry“ stehen zur Diskussion, um eine stärkere NATO-Präsenz in der Arktis zu gewährleisten.
Strategische Überlegungen und Herausforderungen
Russland hat laut Dr. Michael Paul, einem Arktis-Experten, in der Region militärisch ein deutliches Übergewicht. Während Russland mehr als 40 Eisbrecher betreibt, haben die USA lediglich zwei. Moskau hat seine militärischen Kapazitäten seit 2007 erheblich ausgebaut. Diese Ungleichheit führt zu der Befürchtung, dass Russland oder China von Schiffen im Nordpolarmeer Marschflugkörper oder Hyperschallraketen auf die USA abfeuern könnten. Paul betont, dass die USA nicht zwingend Grönland benötigen, um diesen Risiken zu begegnen, sondern die eigenen Streitkräfte in der Region modernisieren sollten.
Diese komplexen geopolitischen Entwicklungen fordern ein gemeinsames Handeln innerhalb der NATO und eine koordinierte Strategie, um die Sicherheit in der Arktis zu gewährleisten und um sicherzustellen, dass die Prinzipien der Allianz nicht gefährdet werden.
Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen warnt derweil vor den möglichen Folgen eines Angriffs der USA auf ein NATO-Mitglied und erinnert daran, dass die NATO gerade von den USA abhängt. Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte ebenfalls Optimismus bezüglich der US-Beteiligung an Gesprächen über einen NATO-Schutz für Grönland. In dieser angespannten Situation ist das diplomatische Geschick der Beteiligten gefragt, um bessere Lösungen zu finden und Frieden in der Region zu wahren.