Am 8. Jänner 2026 fand in Crans-Montana eine der tragischsten Veranstaltungen in der Geschichte des Wintersportortes statt. Dort wurden die französischen Betreiber der Bar „Le Constellation“, ein Ehepaar, erstmals einvernommen. Die Ermittlungen gegen sie richten sich wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung, nachdem bei einem verheerenden Brand in der Silvesternacht 40 Menschen, darunter viele Jugendliche und Kinder, ums Leben kamen. Das Ehepaar hat angekündigt, vollständig mit den Ermittlungsbehörden zusammenzuarbeiten, die auch internationale Dimensionen angenommen haben.

Die Staatsanwaltschaft in Rom hat ein Verfahren wegen Brandstiftung und fahrlässiger Tötung eröffnet, während die belgische Justiz eine Untersuchung einleitete, nachdem eine Schülerin aus Rixensart bei dem Brand starb. Neun französische Staatsbürger, darunter mehrere Minderjährige, verloren ebenfalls ihr Leben. In den Ermittlungen wird auch der mögliche Mangel an Brandschutzkontrollen untersucht, denn die Gemeinde Crans-Montana gab zu, dass seit 2019 keine solchen Kontrollen in der Bar durchgeführt worden waren. Dies ist besonders alarmierend, da die Brandschutzvorschriften strenge Anforderungen an Sicherheitsmaßnahmen in öffentlichen Einrichtungen vorsehen, einschließlich der Verwendung von ausreichend Feuerwehr-Ausrüstung und der Einhaltung von Evakuierungsplänen.

Nationaler Trauertag für die Opfer

Heute, am 9. Jänner 2026, gedenkt die gesamte Schweiz der 40 Todesopfer und der zahlreichen Verletzten mit einem nationalen Trauertag. Um 14:00 Uhr wird die Bevölkerung aufgefordert, für einen Moment innezuhalten. Bei der offiziellen Zeremonie im Kanton Wallis werden mehr als 1000 Gäste erwartet, darunter Staatsoberhäupter aus etwa 30 Staaten. Die Anteilnahme ist groß, nicht nur in der Schweiz, sondern auch in den betroffenen Ländern wie Italien, wo zahlreiche Trauerfeiern für die Brandopfer stattfanden. Vier der italienischen Opfern wurden am Mittwoch in ihrer Heimat bestattet.

Die Schweizer Krankenhäuser bereiten sich auf die Behandlung von Brandopfern vor, während in den Zürcher Spitälern bereits Spenderhaut aus den Niederlanden erwartet wird. Die Rega setzte zudem Ambulanzflugzeuge ein, um viele der Schwerverletzten zu versorgen und zu verlegen.

Ergebnisse der Ermittlungen und laufende Diskussionen

Die Ermittler konzentrieren sich auch auf die genaue Ursache des Feuers, das anscheinend durch Sprühkerzen, die zu nahe an der Decke gehalten wurden, ausgelöst wurde. Das Unglück ereignete sich während einer Feier in der Bar, wo viele junge Menschen versammelt waren. Ein umfangreicher Rettungseinsatz, der um 01:30 Uhr alarmiert wurde, umfasste 13 Helikopter, 42 Ambulanzen und 150 Sanitäter. Während die Kriminaltechniker die Umstände des Feuers untersuchen, gibt es Forderungen nach einer besseren Einhaltung der vorgeschriebenen Brandschutzvorschriften.

Angesichts der Tragödie regt die Axa-Versicherung an, einen sogenannten „Runden Tisch“ zur Opferentschädigung einzurichten. Zudem diskutiert der Bund die mögliche Einrichtung eines Crans-Montana-Fonds zur Unterstützung der Geschädigten, um die Erholungs- und Aufbauarbeiten zu finanzieren. Die Aussagen von Wallisers Staatsrat Stéphane Ganzer, der die Gemeinde Crans-Montana kritisierte, verdeutlichen die Dringlichkeit dieser Maßnahmen.

In Anbetracht der großen Anzahl von Opfern und der Verantwortung der Betreiber wirft dieser Vorfall auch wichtige Fragen zu den bestehenden Brandschutzregelungen auf. Die ASR A2.2 und andere Vorschriften fordern eine vollständige Einhaltung der Brandschutzmaßnahmen, einschließlich der Platzierung von Feuerlöschern und organisatorischen Abläufen, um eine schnelle Reaktion im Brandfall zu gewährleisten. Ein Versagen in diesem Bereich könnte weitreichende rechtliche und gesellschaftliche Konsequenzen nach sich ziehen.