Die Zusammenarbeit zwischen dem indischen Energieriesen Reliance und dem chinesischen Unternehmen Xiamen Hithium Energy Storage Technology ist gescheitert. Hauptgrund für den gescheiterten Deal sind die neuen, verschärften Exportkontrollen Chinas für Batterietechnologien. Dies zeigt, wie tief die strukturellen Spannungen in der globalen Batterieindustrie verankert sind, wie Ökonews berichtet.
Laut GlobalData stellen diese Probleme eine ernsthafte Bedrohung für Indiens Ambitionen im Bereich grüner Mobilität dar. Die im Rahmen des „Production Linked Incentive“ (PLI) Programms aufgestellten strengen Anforderungen an Produktionsvolumen und lokalem Wertschöpfungsanteil könnten ohne Zugang zu kostengünstiger Zelltechnologie kaum erreicht werden. Analystin Madhuchhanda Palit hebt hervor, dass Reliance seine Strategie anpassen muss und sich nun stärker auf die Montage von Batteriespeichersystemen für eigene Erneuerbare-Energie-Projekte konzentriert.
Exportkontrollen und deren Auswirkungen
Die chinesischen Regelungen betreffen vor allem Lithium-Ionen-Batterien, die eine Mindestenergiedichte von 300 Wh/kg bieten. Relevant sind dabei auch Materialien wie Kathodenmaterialien (LFP- und NCM-Vorläufer) sowie Graphitanodenmaterialien. Dies betrifft nicht nur die Batterietechnologien, sondern auch Produktionsanlagen wie Wickel- und Stackingmaschinen, Elektrolytbefüllungsanlagen und Graphitisierungsöfen, deren Export künftig genehmigungspflichtig ist. Chinas offizielle Begründung für diese Maßnahmen ist der Schutz nationaler Sicherheitsinteressen. Diese neuen Regeln könnten die strategische Abhängigkeit von China für Europa und andere Länder weiter verstärken, wie Fraunhofer FFB feststellt.
In der Folge sehen sich auch andere Unternehmen, wie Ford mit ihrem BlueOval-Batteriewerk in Michigan, ähnlichen Herausforderungen gegenüber. Das Werk, das bis dato auf chinesische LFP-Technologie von CATL angewiesen war, hat seine Kapazität reduzieren müssen und prüft nun alternative Nutzungen aufgrund der geänderten Rahmenbedingungen.
Neue Technologien und Marktverschiebungen
Chinas Dominanz bei der Verarbeitung von Lithium und der Produktion von Schlüsselkomponenten führt zu signifikanten Kostenvorteilen. Der Bau einer Batteriefabrik außerhalb Chinas kostet schätzungsweise ein Drittel mehr. Dennoch bleibt die Abhängigkeit von chinesischer Batterietechnologie ein strategisches Risiko für viele Länder. Internationale Unternehmen setzen trotz geopolitischer Risiken zunehmend auf Partnerschaften mit chinesischen Firmen.
Alternativen wie Natrium-Ionen-Batterien gewinnen an Bedeutung, da sie weniger anfällig für geopolitische Abhängigkeiten sind. Gleichzeitig investieren westliche Länder stark in die Entwicklung von Festkörperbatterien, die aufgrund ihrer Sicherheitsvorteile und ihrer hohen Energiedichte als vielversprechend gelten.
Die kommende China International Battery Fair (CIBF2025) in Shenzhen, die vom 15. bis 17. Mai 2025 stattfindet, wird ein Schaufenster für die neuesten Entwicklungen in der Batterietechnologie bieten. Über 3.100 Aussteller werden dabei sein und Fortschritte bei feststoffbasierten Elektrolyten, sicherheitsoptimierten Zellchemien und KI-gestützten Batteriesystemen präsentieren. Diese Innovationen könnten die Effizienz von Energieversorgungssystemen erheblich steigern und gleichzeitig geopolitische Machtverschiebungen vorantreiben, wie TechZeitgeist berichtet.
Die Herausforderungen und Linien für den globalen Batterie-Markt sind klar: Ein Trend hin zu lokaler Produktion, alternativen Technologien und diversifizierten Partnerschaften wird als notwendig erachtet, um die angestrebte Batteriesouveränität Indiens und anderer Länder zu erreichen.