Die USA und Indien haben in einer bahnbrechenden Einigung einen vorläufigen Handelsdeal vereinbart, der ab dem kommenden Samstag (US-Zeit) in Kraft tritt. Der Strafzollsatz von 25 Prozent auf indische Waren, der von US-Präsident Donald Trump eingeführt wurde, entfällt damit. Diese wichtige Entscheidung wurde durch ein offizielles Dekret Trumps bekannt gegeben, der betont, dass Indien Schritte unternommen hat, um den Import von russischem Öl einzustellen. Kleine Zeitung berichtet, dass Trump die Aufhebung der Strafzölle als Folge von Indiens Zusage sieht, mehr Energieprodukte aus den USA zu beziehen.

Trump erklärte, dass der indische Premierminister Narendra Modi zugestimmt hat, keine Rohöllieferungen mehr aus Russland zu beziehen und stattdessen die Lieferungen aus den USA und möglicherweise aus Venezuela zu erhöhen. Diese Vereinbarung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Verhältnis zwischen den beiden Ländern historisch angespannt war. Dennoch betont der US-Botschafter Sergio Gor die persönliche Freundschaft zwischen Trump und Modi, die einen positiven Einfluss auf die Verhandlungen gehabt haben könnte.

Wirtschaftliche Auswirkungen des Handelsabkommens

Das Handelsabkommen, das für März finalisiert werden soll, sieht neben der Streichung des Strafzolls auch einen allgemeinen Zollsatz von 25 Prozent, der auf 18 Prozent gesenkt wird, vor. Der indische Handelsminister Piyush Goyal hat bereits angekündigt, dass Indien nach Abschluss des Abkommens ebenfalls die Zölle auf US-Waren senken wird. Tagesschau hebt hervor, dass Indien plant, Produkte im Wert von 500 Milliarden US-Dollar aus den USA zu importieren.

Die Veränderungen in der Handelspolitik zielen darauf ab, Russland im Kontext des Ukraine-Konflikts unter Druck zu setzen. Trotz Trumps Ankündigung gibt es jedoch Bedenken hinsichtlich der tatsächlichen Umsetzung. Die „Hindustan Times“ berichtet, dass es keine unmittelbaren Anzeichen dafür gibt, dass Indien seine Energiekäufe aus Russland tatsächlich stoppen wird. Während Modi Ende letzten Jahres öffentlich seine Bereitschaft äußerte, kein Öl mehr aus Russland zu kaufen, bleibt unklar, ob dies in der Praxis umgesetzt werden kann.

Reaktionen und Ausblick

Modi zeigte sich erleichtert über die sinkenden Zölle und die Möglichkeit erweiterter Handelsbeziehungen mit den USA. Experten schätzen, dass die engere wirtschaftliche Zusammenarbeit langfristige Vorteile für Indiens Handelsstrategie mit sich bringen wird. WirtschaftsWoche hebt hervor, dass Indien in den letzten Jahren verstärkt auf Freihandelsabkommen gesetzt hat, auch mit der EU und Großbritannien, und die aktuelle Einigung könnte einen weiteren Schritt zur Diversifizierung seiner Handelsbeziehungen darstellen.

Zusammengefasst könnte dies nicht nur die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den USA und Indien stärken, sondern auch Indiens Position auf dem globalen Energiemarkt verändern, sollte das Land seinen Plan, den Import von russischem Öl zurückzufahren, tatsächlich umsetzen.