Russland hat in der Nacht zu Sonntag die Ukraine mit dem bisher größten Drohnenangriff seit Beginn des Krieges angegriffen, berichtete das ukrainische Militär. Dies geschah, während Moskau seine militärischen Angriffe trotz direkter Friedensgespräche mit Kiew am Freitag intensivierte.

Massiver Drohnenangriff auf Kiew

Die ukrainische Luftwaffe gab bekannt, dass Russland in einer einzigen Nacht 273 Shahed-Drohnen gestartet hat, wobei der Schwerpunkt augenscheinlich auf der zentralen Region Kiew lag. Laut Mykola Kalashnik, dem Gouverneur der Kiewer Region, wurde eine 28-jährige Frau getötet und drei weitere, darunter ein vierjähriges Kind, verletzt.

Reaktionen der ukrainischen Führung

Ruslan Stefanchuk, der Präsident des ukrainischen Parlaments, äußerte sich in einem Beitrag in sozialen Medien: „Die Luftalarmierungen dauerten fast neun Stunden. So sieht Putins ‚aufrichtiger Friedenswunsch‘ aus.“ In seinem Bericht wies er darauf hin, dass der Angriff Wohngebäude zerstörte, einen Hochhaus beschädigte und Garagen in Brand setzte. Stefanchuk fügte hinzu: „Dies ist Terror in seiner reinsten Form.“ Die Notfall-Services der Ukraine berichteten auch, dass der „massive Angriff“ mehrere Brände verursachte und 55 Rettungskräfte im Einsatz waren.

Schäden und weitere Angriffe

In anderen Teilen der Ukraine kam es während des russischen Beschusses zu einem Todesfall und acht Verletzten in der Region Donezk am Samstag, wie Vadym Filashkin, der Leiter der militärischen Verwaltung in Donezk, mitteilte. Russische Drohnen richteten ebenfalls Angriffe auf die Regionen Cherson und Saporischschja.

Friedensgespräche und geopolitische Spannungen

Der jüngste Angriff folgt auf einen Drohnenangriff Russlands auf einen Bus in der nordöstlichen Region Sumy, bei dem am Samstag mindestens neun Menschen getötet und sieben verletzt wurden – nur wenige Stunden nach den ersten direkten Friedensgesprächen zwischen beiden Ländern seit den frühen Wochen der russischen Invasion 2022.

Die Verhandlungen in der Türkei führten nicht zu einem bedeutenden Durchbruch. Beide Länder sprachen über ein mögliches Treffen ihrer Präsidenten, eine Waffenruhe und einen Austausch von Gefangenen. Die Gespräche fanden vor dem Hintergrund intensiver diplomatischer Bemühungen statt, während Präsident Wladimir Putin ein persönliches Treffen anregte, jedoch selbst nicht anwesend war. Stattdessen schickte er eine junior Delegation, nachdem er den Vorschlag der Ukraine für eine 30-tägige Waffenruhe abgelehnt hatte.

Internationale Reaktionen und zukünftige Gespräche

Während der Gespräche forderte Russland, dass die Ukraine Gebiete abtritt, die weiterhin unter Kiews Kontrolle stehen, eine Position, die die Ukraine schon lange zurückgewiesen hat. Die Führer Großbritanniens, Frankreichs, Deutschlands und Polens bezeichneten Russlands Haltung in den Gesprächen als „inakzeptabel“.

US-Präsident Donald Trump hat für Montag ein Gespräch mit Putin angekündigt, um den Ukraine-Krieg zu beenden. Trump äußerte zuvor, dass er keinen signifikanten Durchbruch in den Friedensgesprächen erwarte, bevor er nicht direkt mit Putin spricht. Der Sprecher des Kremls, Dmitry Peskov, bestätigte am Samstag, dass Vorbereitungen für ein Telefongespräch zwischen den beiden Führern getroffen werden.

Diese Entwicklungen verdeutlichen die angespannten geopolitischen Verhältnisse und die Herausforderungen, vor denen sowohl die Ukraine als auch Russland stehen.