Russische Truppen rücken in der Ukraine vor: Worauf kommt es jetzt an?

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Russland erzielt Fortschritte in der Ostukraine, während die Ukraine weiterhin Angriffe abgewehrt. Kriegsverbrechen im Fokus.

Russland erzielt Fortschritte in der Ostukraine, während die Ukraine weiterhin Angriffe abgewehrt. Kriegsverbrechen im Fokus.
Russland erzielt Fortschritte in der Ostukraine, während die Ukraine weiterhin Angriffe abgewehrt. Kriegsverbrechen im Fokus.

Russische Truppen rücken in der Ukraine vor: Worauf kommt es jetzt an?

Am 27. November 2025 berichtet Russland von erheblichen Fortschritten in der Ostukraine, insbesondere in der strategisch wichtigen Stadt Pokrowsk. Einheiten der 2. Armee sollen im Zentrum und im Norden von Pokrowsk vorgerückt sein, während auch westlich und südlich der benachbarten Stadt Myrnohrad Erfolge gemeldet werden. In einem jüngsten Vorstoß wurde ein Dorf südlich von Siwersk eingenommen, was Russlands Vorhaben unterstreicht, Pokrowsk zu besetzen, um eine Ausgangsbasis für weitere offensiven Angriffe auf Kramatorsk und Slowjansk zu schaffen. Laut oe24.at dementiert die ukrainische Armee diese Angaben allerdings und gibt stattdessen an, 57 russische Angriffe auf Pokrowsk abgewehrt zu haben.

Die Bedeutung von Pokrowsk als „Tor nach Donezk“ verdeutlicht die strategischen Überlegungen beider Seiten im Konflikt. Während russische Truppen an mehreren Fronten vorstoßen, melden sie auch von Durchbrüchen in der Umgebung von Huljajpole in der Region Saporischschja. Eine Taktikänderung des russischen Militärs zeigt sich in der verstärkten Anwendung von Zangenbewegungen anstelle von Frontalangriffen.

Angriffe und Kriegsverbrechen

In einem dramatischen Vorfall wurde von der ukrainischen Staatsanwaltschaft ermittelt, dass fünf ukrainische Kriegsgefangene von russischen Soldaten erschossen wurden. Der Vorfall ereignete sich am Frontabschnitt bei Huljajpole und hat dazu geführt, dass Ermittlungen wegen vorsätzlichen Mordes und Kriegsverbrechens eingeleitet wurden. Experten der Vereinten Nationen schätzen, dass russische Truppen mehrere Dutzend ukrainische Kriegsgefangene getötet haben. Auch der ukrainischen Seite werden in geringerem Umfang Kriegsverbrechen vorgeworfen.

Die rechtlichen Grundlagen für die Verfolgung von Kriegsverbrechen sind in der Ukraine durch den Artikel 438 des ukrainischen Strafgesetzbuchs verankert, der 2001 eingeführt wurde, um völkerrechtliche Normen zu integrieren. Die Anwendung dieser Bestimmungen ist jedoch herausfordernd. In den letzten drei Jahren wurden im Schnitt über 50.000 potenzielle Kriegsverbrechen pro Jahr festgestellt. 2023 wurden 60.944 registriert, ein Alarmzeichen für die Intensität des Konflikts. Im Jahr 2024 fiel die Zahl auf die Hälfte, trotz einer ähnlichen Kampfintensität.

  • 2022: 60.387 Fälle registriert, 46 Verfahren erreichten Gericht.
  • 2024: 88 Personen nach Art. 438 StGB UA verurteilt, Verurteilungen stiegen von 7 auf 48.
  • Kein Freispruch seit 2015, was auf die Effizienz der Ermittlungen hinweist, aber Fragen zur rechtlichen Einordnung aufwirft.
  • Über zwei Drittel der Angeklagten wurden in absentia verurteilt.

Die ukrainische Justiz hat sich seit der russischen Vollinvasion weiterentwickelt, um Kriegsverbrechen zu verfolgen. Dennoch bestehen Herausforderungen, wie der begrenzte Zugang zu Verdächtigen und verfahrenstechnische Beschränkungen, was die Umsetzung des rechtlichen Rahmens auf die Probe stellt. Diese hampered Effizienz unterstreicht die komplexen Bedingungen, unter denen die ukrainische Strafjustiz arbeitet. Mehr Informationen zu den Entwicklungen im ukrainischen Strafrecht sind im detaillierten Bericht von bpb.de zu finden.