In der Nacht auf Montag, dem 23. Juni 2025, kam es in Kiew und Umgebung zu massiven russischen Luftangriffen, die mindestens fünf Menschen das Leben kosteten. Insbesondere im Bezirk Schewtschenkiwskyj wurde ein Hochhaus teilweise zerstört, wo vier der Opfer zu beklagen sind. Ein weiteres Todesopfer wurde in Bila Zerkwa, südlich von Kiew, identifiziert. Außerdem sind rund 20 Verletzte zu verzeichnen, wie die Kiewer Militärverwaltung mitteilte, die von einem „weiteren massiven Angriff auf die Hauptstadt“ sprach. Laut vienna.at wurde Kiew in „mehreren Wellen“ mit Drohnen attackiert, was zu starken Explosionen und Geräuschen von Drohnen sowie Schüssen in der ganzen Stadt führte.

Zusätzlich berichten örtliche Nachrichten, dass Kiew in der Nacht zum Sonntag bereits mit rund 140 Drohnen und deren Imitaten angegriffen wurde. Von diesen wurde ein Großteil, etwa 125, erfolgreich abgefangen. In Anbetracht der jüngsten Eskalation kündigte der ukrainische Armeechef Oleksandr Syrskyj an, die ukrainischen Angriffe auf militärische Ziele in Russland auszuweiten. Diese Offensive stellt einen Teil der ukrainischen Selbstverteidigungsstrategie dar.

Explosionen und Brände in der Stadt

Die jüngsten Angriffe führten zu erheblichen Schäden in Kiew, wo an 27 verschiedenen Orten Brände ausbrachen, darunter Wohnhäuser, Bildungseinrichtungen und Infrastruktureinrichtungen. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete von mehreren Bränden in der Stadt, und die Bevölkerung hörte die lauten Geräusche von Drohnen und Explosionen. Stromausfälle waren ebenfalls die Folge des Angriffs. Der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, bestätigte, dass bei einem Luftangriff mindestens 15 Menschen getötet und über 40 verletzt wurden, wie ZDF heute berichtet.

Die Hafenstadt Odessa war ebenfalls von russischen Drohneneinsätzen betroffen. In der Nacht wurde die Stadt mit zahlreichen Drohnen angegriffen, was zu weiteren Toten und Verwundeten führte. Es wurde berichtet, dass zwei Menschen starben und über ein Dutzend verletzt wurden. Ein erneuter Angriff auf Odessa am 20. Juni führte dazu, dass acht Orte getroffen wurden, wobei ein Toter und 14 Verwundete zu beklagen waren.

Kontext des Konflikts

Diese Luftangriffe sind Teil eines länger anhaltenden Konflikts, der bereits seit über drei Jahren andauert. Russland hat seine Angriffe in den letzten Monaten verstärkt, insbesondere im Mai 2025, als mehr Gebietsgewinne verzeichnet wurden als in jedem anderen Monat seit 2022. Kiew bleibt zwar normalerweise besser durch Flugabwehr gesichert, wird jedoch weiterhin gezielt angegriffen. Dieser Trend wird auch durch die gescheiterten Bemühungen um eine Waffenruhe zwischen den beiden Ländern verstärkt. Mittlerweile intensiviert Russland auch die Produktion eigener Drohnen, um seine Offensive weiter zu unterstützen, während die ukrainischen Streitkräfte unterdessen versuchen, ihre Verteidigungslinien zu stabilisieren.

Die Lage bleibt angespannt, und die Ukraine führt weiterhin Gegenoffensiven durch. Am 19. Juni ernannte Präsident Selenskyj General Hennadij Shapowalow zum neuen Kommandeur der ukrainischen Bodentruppen. Diese Ernennung ist Teil eines Trends zur Verjüngung und Reformierung der militärischen Führungsstrukturen in der Ukraine, um besser auf die Herausforderungen des Krieges reagieren zu können, wie ZDF heute hinweist.