Am 8. Februar 2026 hat António José Seguro die Präsidentschaftsstichwahl in Portugal mit etwa 63 Prozent der Stimmen gewonnen. Sein Herausforderer, André Ventura, erhielt rund 37 Prozent, wie erste Teilergebnisse und Exit Polls zeigen. Die Wahl, an der insgesamt rund 11 Millionen Wahlberechtigte teilnehmen konnten, fand unter besonders schwierigen Bedingungen statt, da Sturmtief „Marta“ über das Land zog und bereits zuvor das Sturmtief „Leonardo“ heftigen Regen und Schäden verursacht hatte. Ein Todesopfer wurde aufgrund des Unwetters gemeldet, dennoch entschlossen sich viele Bürger, zur Wahl zu gehen.

Die Wahlbeteiligung könnte jedoch niedriger als gewohnt ausgefallen sein, da zahlreiche Wähler von den extremen Wetterverhältnissen betroffen waren. Vor der Wahl wies der scheidende Präsident Marcelo Rebelo de Sousa in einer Rede darauf hin, dass die Wahl trotz der Sturmfolgen unbedingt stattfinden sollte. Die Wahllokale schlossen um 19 Uhr Ortszeit und eine Stunde später auf den Azoren-Inseln.

Vorgeschichte der Wahl

Umfragen vor der Wahl sahen Seguro mit einem klaren Vorsprung von 67 Prozent vor Ventura. Dies zeigt eine in der politischen Landschaft zunehmend dominante Unterstützung für den Sozialisten, während Ventura sein langfristiges Ziel verfolgt, Premierminister zu werden und dabei seine Wählerbasis zu festigen. Vor der Wahl hatte Ventura zudem eine Verschiebung des Wahltermins gefordert, eine Möglichkeit, die aufgrund gesetzlicher Bestimmungen jedoch nicht realisiert werden konnte.

Politische Perspektiven

Der Wahlsieger wird voraussichtlich am 9. März 2026 die Nachfolge von Marcelo Rebelo de Sousa antreten, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr für das Amt kandidieren durfte. In den vergangenen 40 Jahren fand in Portugal zum ersten Mal eine Präsidentschaftswahl mit einer Stichwahl statt. Der Präsident in Portugal verfügt über erhebliche Machtbefugnisse, darunter das Recht, Gesetze abzulehnen oder das Parlament aufzulösen, sollte dies in Krisenzeiten nötig sein.

Seguro tritt mit dem Versprechen an, die Demokratie zu schützen und für Stabilität im Land zu sorgen, während Ventura, der zunehmend als „Kandidat des Volkes gegen die Eliten“ inszeniert wird, Positionen vertritt, die Migranten und Minderheitenrechte infrage stellen. Dies führt zu Spannungen in der politischen Landschaft, da Venturas Ambitionen, eine breite Unterstützung von der gesamten Rechten zu gewinnen, durch seine Ablehnung von gemäßigten Kräften behindert werden.

Die politische Dynamik in Portugal steht vor entscheidenden Weichenstellungen, und die Wahl wird weitreichende Folgen für die zukünftige Regierungsführung des Landes haben.