Nexperia-Chips: Ist die Krise zwischen China und den Niederlanden beendet?
China prüft Ausnahmen für blockierte Nexperia-Chip-Exporte. EU und US-Regierung suchen Lösungen im laufenden Handelskonflikt.

Nexperia-Chips: Ist die Krise zwischen China und den Niederlanden beendet?
Die Situation rund um den niederländischen Chiphersteller Nexperia spitzt sich zu. Heute, am 1. November 2025, hat China angekündigt, Ausnahmen für die blockierten Exporte von Nexperia zu prüfen. Das Handelsministerium in Peking begründet die Blockade mit der „unzulässigen Einmischung“ der niederländischen Regierung in Unternehmensangelegenheiten, was die gesamte Halbleiterbranche in Aufregung versetzt.
Nexperia hat die Lieferung von Wafern an sein Montagewerk in China eingestellt, da das dortige Management seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkam. In diesem Werk werden Chips verpackt und getestet, die zuvor in Europa gefertigt wurden. Die Unterbrechung der Lieferungen hat weltweit Besorgnis bei Automobilherstellern ausgelöst, darunter namhafte Unternehmen wie BMW, Volkswagen und Bosch.
Konflikt und Diplomatie
Inmitten dieser Turbulenzen hat die EU-Kommission sich für eine diplomatische Lösung des Konflikts eingesetzt. Insbesondere die EU-Kommissarin für Technologie, Henna Virkkunen, hat sich bereits mit Vertretern von Nexperia getroffen, um mögliche Lösungen zu erörtern. Gleichzeitig plant die US-Regierung eine Wiederaufnahme der Lieferungen aus den chinesischen Werken, was die geopolitischen Spannungen weiter anheizt.
Die niederländische Regierung hat am 30. September die Kontrolle über Nexperia von Wingtech Technology übernommen, nachdem Bedenken hinsichtlich des Missbrauchs der Technologie aufgekommen waren. Nur wenige Tage später, am 4. Oktober, folgte die Blockade der Ausfuhr von Chips aus den Nexperia-Werken durch das chinesische Handelsministerium.
Auswirkungen auf die Industrie
Automobilhersteller sind besonders von der Unterbrechung betroffen. Stellantis hat einen Krisenstab eingerichtet, um die Situation zu bewältigen, während Nissan angibt, dass seine Bestände bis in die erste Novemberwoche ausreichen werden. Nexperia produziert große Mengen an Chips, die nicht nur in der Automobilbranche, sondern auch in der Unterhaltungselektronik eingesetzt werden. Rund 70 Prozent dieser Chips werden nach China geliefert.
Nexperia ist ein globales Halbleiterunternehmen mit Hauptsitz in den Niederlanden. Das Unternehmen beschäftigt über 12.500 Mitarbeiter und ist auf die Entwicklung und Produktion von Halbleitern spezialisiert. Diese Produkte sind für die grundlegende Funktionalität nahezu aller elektronischen Designs weltweit verantwortlich. Jährlich versendet Nexperia mehr als 110 Milliarden Produkte und wird für Effizienz in den Bereichen Prozess, Größe, Energieverbrauch und Leistung geschätzt.
In diesem komplexen Zusammenspiel aus geopolitischen Spannungen, wirtschaftlichen Interessen und der Notwendigkeit einer stabilen Lieferkette stehen sowohl Nexperia als auch die betroffenen Automobilhersteller vor enormen Herausforderungen. Die kommenden Tage könnten entscheidend für die Zukunft der Branche sein.