
Am 2. April 2025 wurde ein bedeutender Erfolg im Kampf gegen Kinderpornografie bekannt. Die Abschaltung der Darknet-Plattform „KidFlix“, die seit 2021 betrieben wurde, hat weltweit große Wellen geschlagen. Laut Kosmo hatte die Plattform bis zu ihrer Schließung etwa 1,8 Millionen registrierte Nutzer, die Zugang zu über 91.000 Videos mit schwerwiegenden sexuellen Missbrauchsakte an Kindern hatten. Eindrucksvoll ist die Tatsache, dass Nutzer, die sich mit Kryptowährung registrierten, nicht nur die schockierenden Inhalte konsumieren konnten, sondern dass durchschnittlich dreieinhalb neue Videos pro Stunde hochgeladen wurden.
Ein umfangreicher Polizeieinsatz, unterstützt von Europol, wurde im März 2025 eingeleitet, nachdem die Ermittlungen im Jahr 2022 begonnen hatten. Dies führte zur Identifikation von fast 1.400 Verdächtigen. Die Operation gilt als die umfassendste Aktion gegen sexuellen Missbrauch von Kindern in Europa. Besonders besorgniserregend sind die Inhalte, die unter anderem hochqualitative Videos von Kleinkindern und Babys beinhalteten. In diesem Kontext wurden insgesamt 79 Personen festgenommen, wobei einige direkt an den Missbrauchshandlungen beteiligt waren.
Internationale Zusammenarbeit
Die Festnahmen und die Schließung von „KidFlix“ sind auch das Ergebnis einer breiten internationalen Zusammenarbeit. Die Europäische Polizeibehörde Europol gab bekannt, dass 38 Länder an der Untersuchung beteiligt waren, darunter Deutschland, Österreich, Belgien, Kanada und die USA. Diese Maßnahme zeigt deutlich, wie wichtig und dringend die Bekämpfung solcher Verbrechensnetzwerke ist.
Das Bundeskriminalamt (BKA) hat eine wichtige Rolle in diesem Kampf. Laut BKA nimmt es eine Zentralstellenfunktion im Bereich der Bekämpfung von sexuellem Missbrauch von Kindern wahr. Bereits in den 90er Jahren wurde die „Zentralstelle für die Bekämpfung von Sexualdelikten zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen“ eingerichtet, um den Anstieg der Missbrauchsdarstellungen im Internet entgegenzuwirken. Im Jahr 2023 erhielt das BKA etwa 180.300 Hinweise auf mögliche strafbare Handlungen.
Effiziente Ermittlungsarbeit
Die Sichtung dieser Hinweise erfolgt durch ein speziell geschultes Team im BKA, das sicherstellt, dass strafbare Inhalte schnell identifiziert werden. Der sogenannte „NCMEC-Prozess“ ermöglicht es, relevante Informationen innerhalb weniger Tage an die zuständigen Behörden weiterzuleiten. Bei der Aufdeckung von Missbrauchsfällen übernimmt das BKA umgehend die Ermittlungen, oftmals in enger Zusammenarbeit mit den Landespolizeibehörden.
Die Maßnahmen gegen Pädophilie und den sexuellen Missbrauch von Kindern bleiben also ein zentrales Anliegen nicht nur in Deutschland, sondern international. Der Erfolg bei der Schließung von „KidFlix“ ist ein wichtiger Schritt in dieser hochkomplexen und bedeutenden Herausforderung.
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