Am 26. Dezember 2025 fand in der Türkei eine großangelegte Razzia gegen Netzwerke des Islamischen Staates (IS) statt. Diese Einsätze wurden zeitgleich an 124 Adressen durchgeführt und zielten darauf ab, Strukturen zu zerschlagen, die dem IS zuzurechnen sind. Von 137 gesuchten Personen konnten 115 festgenommen werden. Während der Durchsuchungen sicherten die Behörden mehrere Schusswaffen und Munition. Besondere Wachsamkeit galt besonders in Istanbul, wo christliche Gemeinden während der Feiertage Gottesdienste abhalten.
Die Vorbereitungen des IS richteten sich offensichtlich auf festliche Zusammenkünfte rund um Weihnachten und den Jahreswechsel, was die Dringlichkeit der Einsätze unterstrich. Die türkischen Sicherheitsbehörden verweisen auf Hinweise aus dem Nachrichtendienstbereich, die eine rasche Reaktion ermöglichten. Zudem ist die Sicherheitsarchitektur in der Türkei aufgrund ihrer langen Grenze zu Syrien besonders herausfordernd.
IS und seine Bedrohung
Der Islamische Staat, auch bekannt als ISIS oder Daesh, entstand aus dem irakischen Widerstand und hat sich seitdem stark verändert. Ursprünglich mit Unterstützung von al-Qaida gegründet, proklamierte der IS am 29. Juni 2014 ein Kalifat unter Abū Bakr al-Baghdādī. Nachdem er 2017 seine letzten Gebiete im Irak und 2019 in Syrien verlor, ist die Organisation hauptsächlich durch Anschläge aktiv geblieben. Laut Schätzungen sind rund 2500 Kämpfer noch in Irak und Syrien aktiv, während der IS auch in verschiedenen Regionen Afrikas an Einfluss gewonnen hat. Die Gruppe wird von der UN und der deutschen Regierung als terroristische Vereinigung eingestuft und ist für schwerste Verbrechen, einschließlich Völkermord, verantwortlich.
Die Bedrohung durch den IS hält an, insbesondere in Europa. Sicherheitsbehörden in Westeuropa berichten von einer zunehmenden Aktivität extremistischer Zellen. Zwischen Ende 2023 und dem Herbst 2024 gab es mehrere versuchte Anschläge, von denen einige erfolgreich waren. Europol meldet, dass die Bedrohungslage auch im Jahr 2024 angespannt bleibt, mit besonderen Schwerpunkten in mehreren EU-Staaten.
Aktuelle Daten zur Terrorbedrohung in der EU
Die jüngsten Daten, veröffentlicht von Europol, zeigen die Anzahl terroristischer Angriffe und Festnahmen in der Europäischen Union an und decken den Zeitraum von 2006 bis 2023 ab. Die vollständigen Statistiken wurden am 6. Januar 2025 veröffentlicht. Die Zahlen verdeutlichen die alarmierende Entwicklung der terroristischen Aktivitäten in der Region.
Die türkischen Behörden betrachten die letzten Einsätze als präventiven Erfolg. Dennoch bleibt die Gefahr eines weiteren Anstiegs der Aktivitäten des Islamischen Staates bestehen. Die Ermittlungen zu den festgenommenen Personen dauern an, und weitere Festnahmen sind nicht ausgeschlossen. Exxpress berichtet, dass die Polizeimaßnahmen eng mit nachrichtendienstlichen Auswertungen verzahnt sind, was auf die Notwendigkeit einer koordinierten Strategie im Kampf gegen den Terror hinweist.