Die Aufarbeitung des Epstein-Skandals hat neue Dimensionen erreicht, die sowohl politische als auch gesellschaftliche Vorreiter in den Fokus bringen. Hunderte von Anwälten und Experten haben nach Angaben von Kleine Zeitung „Tausende Stunden“ damit verbracht, Millionen von Seiten an Dokumenten und Beweisen zu prüfen. Der Kongress hatte die Regierung von US-Präsident Donald Trump dazu verpflichtet, die belastenden Inhalte offenzulegen, was jedoch nur teilweise erfüllt wurde. Viele Stellen in den Akten wurden geschwärzt, und nur rund die Hälfte von etwa sechs Millionen Dokumenten wurde veröffentlicht.

Unter den Anklagen und den kritischen Stimmen ist Jamie Raskin, führender Demokrat im Justizausschuss des Repräsentantenhauses. Er beschuldigte die Behörden, eine „massive Epstein-Vertuschungsaktion“ durchzuführen, während die Namen zahlreicher Täter und Komplizen in den Akten nicht wie vorgeschrieben anonymisiert wurden. Der Skandal rund um Jeffrey Epstein, der 2008 wegen der Anstiftung zur Prostitution einer Minderjährigen verurteilt wurde, bleibt eine der herausforderndsten rechtlichen und moralischen Auseinandersetzungen seit Jahren.

Prominente Verstrickungen

Neueste Veröffentlichungen des US-Justizministeriums enthüllten über drei Millionen Seiten an Dokumenten, die Verbindungen zwischen Epstein und einer Vielzahl prominenter Personen darstellen. Dazu gehören Politiker wie Bill Clinton, der laut Tagesschau in den 1990er-Jahren eine direkte Bekanntschaft mit Epstein pflegte und während seiner Präsidentschaft 17 Mal im Weißen Haus war. Auch nach seiner Amtszeit nutzte er Epsteins Privatjet. Ermittlungen gegen Clinton wurden auf Forde­run­gen von Trump hin eingeleitet.

Bill Gates steht ebenfalls im Rampenlicht; E-Mails zwischen ihm und Epstein, die Medikamentenlieferungen betreffen, sorgten für Aufsehen. Gates bezeichnete die Verbindung als „Zeitverschwendung“ und bestritt die Inhalte. Besonders brisant sind die Informationen rund um Ex-Prinz Andrew von Großbritannien. Er verlor alle königlichen Titel aufgrund seiner Verbindungen zu Epstein, und E-Mails belegen, dass er sogar Geld an eine mutmaßliche Missbrauchsopfer zahlte.

Reaktionen und politische Dimensionen

Die Nennung prominenter Namen in den Akten hat in den USA, einschließlich unter Republikanern, massive Kritik an der mangelnden Transparenz in der Aufklärung des Epsteinskandals ausgelöst, wie ZDF berichtet. Während einige Namen wie Elon Musk und Donald Trump in den Akten erwähnt sind, umfassen die Vorwürfe gegen Trump oft unbestätigte anonyme Hinweise. Musk betonte, dass er nur wenig Kontakt zu Epstein hatte und an den vermeintlichen Partys nicht teilgenommen habe.

Die internationale Dimension des Skandals wird durch die Erwähnung europäischer Politiker wie dem ehemaligen britischen Botschafter Peter Mandelson sowie dem französischen Kulturminister Jack Lang deutlich. Auf der anderen Seite äußerte Kronprinzessin Mette-Marit von Norwegen Reue über ihren Kontakt zu Epstein, und zahlreiche politische Untersuchungen sind im Gang, um mögliche Verstrickungen zu beleuchten.

Die Debatte um den Epstein-Skandal zieht sich durch verschiedene Ebenen des gesellschaftlichen Lebens und hinterlässt Fragen zu Macht, Missbrauch und den Mechanismen, die es solchen Verhaltensweisen ermöglichen, ungesehen zu gedeihen.