
Mehr als 100 zivilgesellschaftliche Organisationen setzen sich weltweit für ein sofortiges Verbot der Offshore-Exploration von Öl- und Gasvorkommen ein. In einem offenen Brief, initiiert von der internationalen Meeresschutzorganisation OceanCare, wird an die Regierungen appelliert, sich im Rahmen der UN-Ozeankonferenz im Juni 2025 in Nizza, Frankreich, auf entscheidende Schutzmaßnahmen zu einigen. Die Forderungen im Brief sind eng mit den Zielen des Pariser Abkommens zur Reduktion fossiler Brennstoffe verknüpft, um den Ozean und sein Ökosystem zu bewahren.
Nicolas Entrup von OceanCare macht deutlich, dass die sofortige Beendigung der Suche nach Öl und Gas unerlässlich ist, um die Meeresfauna zu schützen. Die Koalition von 111 Umweltorganisationen hebt in ihrer Abschlusserklärung der Dritten UN-Ozeankonferenz (UNOC3) die Dringlichkeit dieser Maßnahme hervor. Es ist alarmierend, dass weiterhin immense Investitionen in die fossile Brennstoffindustrie fließen, sogar in Gebieten, die speziell geschützt sind.
Der Zusammenhang zwischen fossilen Brennstoffen und Klimakrise
Ein kürzlich veröffentlichter IPCC-Bericht aus dem Jahr 2021 betont die Notwendigkeit, Treibhausgasemissionen erheblich zu senken, um das Ziel einer maximalen globalen Erwärmung von 1,5°C zu erreichen. In der Mittelmeerregion wurde diese Marke bereits überschritten, während einige Staaten, darunter auch Ägypten, neue Lizenzen zur Erkundung von Offshore-Öl- und Gasreserven vergeben. Ägypten plant, sich als regionaler Knotenpunkt für Erdgas zu positionieren und hat dafür bereits mehrfach Lizenzen in den Jahren 2021 und 2022 verteilt.
Die Öl- und Gasindustrie plant bis 2030, die Förderung fossiler Brennstoffe um 50 Prozent zu steigern, was nicht mit dem 2°C-Pfad vereinbar ist. Wenn man bedenkt, dass über 75% der globalen Treibhausgasemissionen aus fossilen Brennstoffen stammen, ist eine sofortige Umstellung auf nachhaltige Energiequellen unumgänglich. Auch der Wirtschaftswissenschaftler Dan Welsby von der University College London fordert, dass 90 Prozent der förderbaren Kohle sowie fast 60 Prozent der Erdöl- und Erdgasreserven im Boden bleiben müssen, um die Klimaziele zu erreichen.
Die Auswirkungen der Offshore-Öl- und Gasexploration
Die Exploration von fossilen Brennstoffen führt nicht nur zu klimaschädlichen Emissionen, sondern schädigt auch die empfindlichen Meeresökosysteme. Seismische Untersuchungen gelten als eine der lautesten menschlichen Lärmquellen im Ozean und tragen zur Gefährdung der Meeresfauna bei. Die Regierungen müssen ihrer Verantwortung gerecht werden und geeignete Maßnahmen ergreifen, um die Zerstörung der Ozeane zu stoppen. Frankreich ist als erstes EU-Land vorangegangen und hat seit 2017 neue Erdölexplorationen per Gesetz verboten, während auch Länder wie Dänemark und Spanien ähnliche Schritte unternommen haben.
OceanCare fordert, dass bis 2035 alle Konzessionen zur fossilen Brennstoffexploration schrittweise aufgehoben werden. Durch den offenen Brief und die bevorstehende UN-Ozeankonferenz wird klar, dass der Schutz der Meere und die Einhaltung internationaler Klimaziele Hand in Hand gehen müssen, um eine nachhaltige Zukunft sicherzustellen.
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