Der französische Präsident Emmanuel Macron hat am Freitag versprochen, alle Anstrengungen zu unternehmen, um die unbekannten Angreifer zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen, die einen Olivenbaum gefällt haben, der als Hommage an einen 2006 ermordeten französischen Juden gepflanzt wurde.
Der Angriff auf das Erinnerungszeichen
Der Gedenkbaum für Ilan Halimi, der vor 14 Jahren im nordfranzösischen Vorort Épinay-sur-Seine gepflanzt wurde, wurde in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag anscheinend mit einer Kettensäge gefällt. Die Stadt veröffentlichte auf ihrer Facebook-Seite ein Foto, das den oben abgeschnittenen, üppigen Baum zeigt, während nur der Stumpf aus dem Boden ragt.
Macrons klare Botschaft
„Das Fällen des Baumes, der Ilan Halimi ehrte, ist ein Versuch, ihn ein zweites Mal zu töten“, vermerkte Macron auf X. „Das wird nicht gelingen: Die Nation wird dieses Kind Frankreichs, das getötet wurde, weil es jüdisch war, nicht vergessen.“ Er fügte hinzu: „Alle Mittel werden eingesetzt, um diesen Akt des Hasses zu bestrafen. Im Angesicht des Antisemitismus ist die Republik stets kompromisslos.“
Ein tragisches Erbe
Ilan Halimi wurde am 13. Februar 2006 nackt, gefesselt und mit Brandwunden in der Nähe von Bahngleisen in der Region Essonne südlich von Paris gefunden. Er starb auf dem Weg ins Krankenhaus, nachdem er über drei Wochen gefangen gehalten und gefoltert worden war. Er war 23 Jahre alt. Dieser brutale Mord schürte in Frankreich erneut Ängste vor Antisemitismus und führte zu tiefer Besorgnis in der jüdischen Gemeinschaft des Landes, die die größte in Westeuropa ist.
Politische Reaktionen
Der französische Premierminister François Bayrou erklärte in einem Beitrag auf X, der Olivenbaum sei „von antisemitischem Hass gefällt worden“. „Kein Verbrechen kann das Gedächtnis ausreißen. Der unaufhörliche Kampf gegen das tödliche Gift des Hasses ist unsere oberste Pflicht“, schrieb er.
Ermittlungen im Gange
In einem weiteren Beitrag verurteilte der Polizeipräsident von Paris diesen „unschuldigen Akt“ und teilte mit, dass eine Untersuchung eingeleitet worden sei. „Alles wird getan, um die Täter zu finden und vor Gericht zu bringen“, versprach er.
Ein Muster des Hasses
Bereits in der Vergangenheit wurden andere Erinnerungszeichen, die Halimis Andenken bewahren sollten, geschändet. Im Jahr 2017 wurde eine Gedenktafel in der Nähe von Paris abgerissen, auf den Boden geworfen und mit antisemitischen Schriftzügen bedeckt.