Die US-Ostküste sieht sich derzeit einer massiven Kältewelle gegenüber, nachdem zwei schwere Winterstürme die Region heimgesucht haben. Meteorologen sagen für New York und den Nordosten zweistellige Minusgrade und gefährlich niedrige gefühlte Temperaturen voraus, die bis zu minus 30 Grad Celsius erreichen könnten. Besonders die starken Windgeschwindigkeiten tragen dazu bei, dass die Haut schneller Wärme verliert, was das Risiko für Unterkühlungen und Erfrierungen erheblich erhöht. Vienna.at berichtet, dass die außergewöhnliche Wetterlage die USA geografisch in zwei Extreme aufteilt: Während der Osten von arktischer Luft, Schnee und Eisdominiert wird, erleben die Menschen im Westen teils frühlingshafte Temperaturen, die 20 bis 30 Grad Fahrenheit (ca. 11 bis 17 Grad Celsius) über dem Durchschnitt liegen.
Die Ursache für diese extremen Wetterbedingungen liegt in ungewöhnlichen Luftströmungen in großer Höhe, insbesondere in Veränderungen des Jetstreams. Dieser Starkwind weht in etwa zehn Kilometer Höhe und beeinflusst das Wetter auf der Erdoberfläche erheblich. Welt der Physik erklärt, dass der Jetstream aus Temperaturunterschieden zwischen den Tropen und den Polarregionen entsteht. Dies führt zu Druck- und Corioliskräften, die den Jetstream beeinflussen, der somit Wellenformen mit sogenannten Rossby-Wellen ausbildet.
Der Einfluss des Jetstreams
Der Jetstream kann Geschwindigkeiten von bis zu 400 km/h erreichen und ist verantwortlich für verschiedenste Wetterphänomene, einschließlich Hitzewellen und Starkregen. In der aktuellen Kältewelle lenkt ein stark ausgeprägter Trog im Jetstream die Kälte in den Osten der USA, während ein Hochdruckgebiet im Westen milde Luft festhält. Klimaforscher äußern Bedenken, dass selbst in einem sich stark erwärmenden Klima solche extremen Wetterereignisse häufiger auftreten könnten. Die veränderten Luftströmungen machen es sogar wahrscheinlicher, dass Wetterlagen sich länger an einem Ort festsetzen, wie der Sommer 2018 in Europa zeigte, wo langanhaltende Hitze mit gleichzeitigen Starkregenfällen verbunden war.
Als direkte Folge dieser Kälte sind in Florida massenhaft Leguane von Kältestarre betroffen und fallen von Bäumen. Die dortige Wildschutzbehörde hat Tausende dieser invasiven Arten eingesammelt. Das Phänomen zeigt, wie extrem die Wetterlage in den verschiedenen Teilen der USA ist.
Blick in die Zukunft
Sobald die Kältewelle nachlässt, rechnen Meteorologen mit einer allmählichen Milderung der Temperaturen im Osten der USA. Vermutlich wird die kommende Woche eine entspannendere Wetterlage mit weniger extremen Temperaturen bringen. Dennoch hat der kälteste 8. Februar in New York, der 1934 mit minus 22 Grad Celsius dokumentiert wurde, in der aktuellen Situation eine besondere Bedeutung.
Die Veränderungen im Jetstream und ihre Auswirkungen auf Wetterextreme sind ein aktives Forschungsfeld. ARD Alpha hebt hervor, dass die natürliche Variabilität des Jetstreams es schwierig macht, zuverlässige Vorhersagen über zukünftige Entwicklungen zu treffen. Wissenschaftler untersuchen laufend, wie der Klimawandel den Jetstream weiter beeinflussen könnte und welche extremen Wetterereignisse in Zukunft denkbar wären.