
Die in Russland geborene Tennisspielerin Daria Kasatkina erklärte, dass sie „nicht viel Wahl hatte“ bei der Entscheidung, für Australien zu spielen, was mit ihrer Sexualität zusammenhängt.
Ein neuer Abschnitt in Daria Kasatkinas Karriere
Kasatkina bereitet sich darauf vor, zum ersten Mal beim Charleston Open unter einer neuen Flagge zu spielen, nachdem sie letzte Woche bekannt gegeben hatte, dass ihr Antrag auf eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung in Australien angenommen wurde. In den vergangenen Jahren lebte sie abwechselnd in Spanien und Dubai und trat als neutrale Athletin an, während Russland weiterhin die Ukraine angreift.
Offene Worte über ihre Entscheidung
„Mit allem, was in meinem früheren Land passiert, hatte ich nicht viel Wahl“, sagte Kasatkina über ihre Entscheidung, die Nationalität zu wechseln, laut Reuters. „Für mich, als offen schwule Person, muss ich diesen Schritt machen, um ich selbst zu sein, und das habe ich getan.“ Aktuell ist Kasatkina auf Platz 12 der Weltrangliste und in einer Beziehung mit der Eiskunstläuferin Natalia Zabiiako.
Die Situation der LGBTQ-Community in Russland
Obwohl gleichgeschlechtliche Beziehungen in Russland seit 1993 entkriminalisiert sind, hat sich die Lage in letzter Zeit verschlechtert. Im Jahr 2013 verabschiedete das Land ein Gesetz gegen „schwule Propaganda“, das gegen die LGBTQ-Community eingesetzt wird, so The Council for Global Equality. Präsident Wladimir Putin unterzeichnete im Dezember 2022 ein Gesetz, das den Geltungsbereich des bestehenden Gesetzes erweiterte und es illegal machte, gleichgeschlechtliche Beziehungen zu fördern oder zu behaupten, dass nicht-heterosexuelle Orientierungen „normal“ seien.
Kasatkinas neue Heimat
Die ILGA-Europe, eine Organisation, die sich für die Rechte von LGBTQ-Personen in Europa einsetzt, stuft Russland als das schlechteste Land in Europa für LGBTQ-Personen ein, noch hinter der Türkei und Aserbaidschan. Kasatkina verkündete letzte Woche auf Instagram, dass sie plant, in Melbourne zu leben, und fügte hinzu, dass Australien „ein Ort ist, den ich liebe, unglaublich einladend ist und wo ich mich total zu Hause fühle.“
Aufbruch zu neuen Ufern
Vor ihrem Zweitrundenmatch gegen die Amerikanerin Lauren Davis in Charleston, South Carolina, äußerte die 27-Jährige: „Ehrlich gesagt, es fühlt sich anders an, ich werde nicht lügen. Es ist emotional für mich. Ich muss mich daran gewöhnen. Aber ich freue mich wirklich, dieses neue Kapitel meines Lebens zu beginnen und Australien auf der großen Bühne zu vertreten.“
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